Beiträge von Jacundeus

    Hallo Basti,
    dass nenne ich doch mal eine ausführliche Antwort. Somit klären sich auch einige Widersprüche bzw. Ungereimtheiten auf. Ich halte deine nachgelieferten Erdfresser auch für Geophagus sp. aff. altifrons aus dem Rio Tapajós. Deine als Geophagus neambi Bestimmten, habe ich unter der Bezeichnung Geophagus cf. altifrons "Maraba" geführt. Bei deinen Tieren sehe ich drei breite Binden zwischen Seitenfleck und Schwanzflosse. Hier sollte ein Geophagus neambi sechs schmale Binden aufweisen. Diese können unter Umständen auch als Doppelbinde vorliegen. Bei deinen Tieren sehe ich jedoch keine Ansätze von Doppelbinden.
    Material für genetische Analysen ist willkommen. Allerdings musst Du etwas Geduld mitbringen. Das Ergebnis kann schon mal ein halbes Jahr dauern. Da schon Proben der Arten dieses Gebietes ( Geophagus altifrons "Cametá", Geophagus cf altifrons "Maraba", Geophagus cf altifrons "Areoes", Geophagus sp. aff. altifrons "Tocantins", Geophagus sveni) vorliegen, sollte deine Art einzuschätzen sein. Gleiches gilt auch für die Geophagus aus dem Rio Tapajós System. Die korrekte Schreibweise ist übrigens Areoes. Mein Bruder und Uwe Werner nebst 2 weiteren Begleitern haben diese Geophagus Art 1988 im Rio Areoes einem Zufluss des Rio das Mortes gefangen.
    Gruß
    Jens

    Hallo Basti,
    ich brauche noch ein paar mehr Informationen, um dir etwas weiterzuhelfen. Hast du alle Tiere beim gleichen Händler als eine Gruppe gekauft? Wurden sie als Wildfänge in dieser Größe importiert? Wieviel Tiere sind es insgesamt? Wie groß sind die Tiere circa?
    Geophagus Arten kann man im Zweifelsfall durch ihre Streifenzeichnung voneinander abgrenzen. Diese zeigen sie aber nur in Agressions-, oder Unterdrücktenfärbung deutlich. Deine Tiere fühlen sich wohl und deshalb ist es schwierig etwas zu sehen. Kannst du noch Fotos liefern, auf denen die Streifung deutlicher hervortritt?
    Gruß
    Jens

    Moin,
    irgentwie werde ich den Eindruck nicht los, dass es unsinnig ist hier die Fischbestimmungsstelle für südamerikanische Großcichliden zu mimen. Ich gebe mir hier die allergrößte Mühe absolut korrekt die Art zu bestimmen und dann werden irgentwelche Händler in den Raum gerufen, wo es solche Tiere geben soll. Meine Bestimmung war Geophagus sp. aff. altifrons "Tapajos". Bei dem vorgeschlagenem Händler, wie auch bei seinem "Fischvorhälterer" Aquarium Glaser sind aber nur Geophagus altifrons "Tapajos" und Geophagus cf. altifrons "Tocantins" auf der aktuellen Liste. Das sp. aff. bedeutet, dass es eindeutig kein altifrons ist, aber in die entfernte Verwandtschaft gehört. Geophagus altifrons, wie auch cf. altifrons haben im Gegensatz zu Matthias Fischen eine gepunktete und keine gestreifte Schwanzflosse. Bezeichnend ist für mich in diesem Zusammenhang, das der andere angesprochene Händler den Fisch als Geophagus sveni angeboten hat, welches die wohl gefragteste Geophagus Art zur Zeit ist. Ist aber leider kein Geophagus sveni.
    Wer mehr darüber wissen möchte kann sich gerne mal einen Artikel durchlesen, den ich vor fast 8 Jahren zu diesem Thema für das Aquaristik Fachmagazin; Ausgabe 191 verfasst habe. Ist immer noch zu 95% gültig.


    www.aquatarium.de/home/pub/191_2.htm


    Gruß
    Jens

    Moin,
    es handelt sich um Geophagus sp. aff. altifrons "Tapajos" oder Geophagus sp. aff. altifrons "Nhamunda". Da die beiden eh genetisch identisch sind und gleich aussehen, ist es wurscht ob Rio Tapajos oder Nhamunda. Häufiger im Handel ist jedoch die Tapajos Variante, de auch als "Goldkopf-Geophagus" gehandelt wird. Von Geophagus sveni sind diese Tiere meilenweit entfernt und ich bezweifle, dass hiervon Tiere in Deutschland erhältlich waren.
    Mit freundlichem Gruß
    Jens

    Moin,
    es handelt sich um Crenicichla sveni aus dem Rio Meta. Er ist neben dem großen Bauchrutscher der zweite Standartcrenicichla der wöchendlich aus Kolumbien importiert wird. Die ungenaue Fundortangabe Venezuela geht auf Aquarium Glaser zurück, die einen ihrer Kolumbienlieferanten als Venezuela bezeichnen.
    Gruß
    Jens

    Hallo Meik,
    ich habe mir gerade mal von dem verlinkten Artikel das Original in der DCG Info rausgesucht. Da der Artikel 1982 !!!!! erschienen ist und damals Alles als Geophagus surinamensis bezeichnet wurde, kamen mir Zweifel an der Identifizierung als Geophagus surinamensis. Das im Artikel abgedruckte Foto zeigt einen Geophagus sp. "Guyana II". Diese Art ist friedlicher als Geophagus surinamensis. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Geophagus surinamensis fast noch nie im Handel erhältlich war, rate ich dir lieber aktuellere Lektüre zu verwenden. Im einem 150 x 60 cm großem Aquarium kannst du aber sicherlich eine Gruppe von Geophagus halten, die nur knapp über 20 cm Endlänge erreicht. So z.B. Geophagus parnaibae; sp. "Pindare"; sp. "Rotkopf.
    Gruß
    Jens

    Moin,
    ich pflege derzeit Heros notatus "Guyana" ; Heros notatus "Rio Branco" ; Heros cf notatus "Manaus" ; Heros sp. "Tapajos" ; Heros sp. "Iniridae" ; Heros severus und Jungtiere von Heros cf efasciatus "Paraconi". An Einzeltieren habe ich noch 0/1 Heros sp. "Xingu" ; 1/0 Heros cf efasciatus "Belem" und 1/0 Heros cf efasciatus "Französisch Guayana".
    Gruß
    Jens

    Hallo Kalle,
    Mesonauta insignis zeigt oberhalb des Querstreifens eine bräunliche, dunklere Färbung mit einer äußeren Umrandung der Schuppen. Dieses ergibt ein derzeit unverwechselbares Rautenmuster. Bei Mesonauta egregius ist der Bereich oberhalb des Querbandes, je nach Lichteinfall türkis gefärbt. Zumindest ist die dunkle Umrandung der Schuppen identisch mit der unteren Zone.
    Gruß
    Jens

    Hallo,
    die ersten beiden Tiere sind extrem farbige Mesonauta egregius. Die Mesonauta guyanae von Bild 3 und 4 haben bereits verdrehte Schuppen im Rückenbereich. Dies weist auf extreme Überzüchtung oder gar Hybridisierung hin. Da diese Art aber bereits seit Ewigkeiten unter dem Namen Mesonauta festivum als Teichnachzucht aus Asien den Weg zu uns findes, ist dies nicht weiter verwunderlich.
    Gruß
    Jens

    Moin Fisker,
    natürlich hat Frank die Retroculus nicht verfüttert. Swen war nämlich schneller und hat die einzigen vier Tiere eingetütet. Ich glaube mein Kollege Frank wird langsam weich, denn er hat wirklich das Wort toll benutzt. Oder hat er gar nicht bemerkt, dass es sich bei Retroculus um einen Cichliden handelt. An denen lässt er sonst nie ein gutes Haar.
    Spaß beiseite. Wie bereits erwähnt war dieser Lieferant eine große Enttäuschung, da er von 12 bestellten Boxen gerade mal 4 Panaque cf armbrusteri, 4 Retroculus xinguensis und 2 Hydrolicus tatahuaia gefangen hat. Das war die ganze Ausbeute von 2 Wochen unfreiwilliger Exportpause dank der IBAMA. :evil: 
    Nun habe ich extra für dich einen alten Bekannten und guten Fischfänger in Sao Felix do Xingu kontaktiert um endlich deine Retroculus zu bekommen. Außerdem soll er noch unser Kontingent für die 3. internationalen L-Wels Festspiele aufpeppen.
    Sollte auch hier wieder alles mit dem Teufel zugehen, so kann ich dir unsere Retroculus cf lapidifer "Lajeado" empfehlen. Diese sind mit der letzten Sendung mitgekommen und verfügbar.
    Ich habe mir noch mal die Erstbeschreibung und die Wiederbeschreibung von Retroculus lapidifer angeschaut und werde bis zur entgültigen Klärung per DNA nur noch Tiere aus dem Rio Araguaia als Lapifer bezeichnen. Die Tiere aus dem Rio Tocantins, Rio Guama und Rio Anapu laufen erst mal unter cf. lapidifer.
    Gruß gen Norden
    Jens

    Moin,
    nachdem aufgrund von Andis Ankündigungen einige PN`s bei mir aufgelaufen sind, muss ich vielleicht doch besser mal erklären, wie so ein Import von Statten geht und wie sich daraus die Preise ergeben.
    Zuerst einmal ist es in Brasilien mit einer Fischereierlaubniskarte zwar erlaubt gewisse Fische zu fangen, jedoch nur um diese zu Essen oder wieder zurückzusetzen.
    Zum Transportieren von Fischen braucht man eine Lizenz, die nur an gewerbliche brasilianische Zierfischfänger vergeben wird.
    Ein Mitnehmen der Tiere nach Deutschland ist komplett untersagt und kann mit bis zu 7 Jahren Haft geahndet werden.
    Um Andis Reise nicht zur reinen Fotosafari verkommen zu lassen, haben wir uns überlegt, dass mein Zierfischfänger Abel gegen Bezahlung die Gruppe begleitet und die Reise legalisiert. Mit allen erforderlichen Dokumenten ausgestattet war nichts zu befürchten.
    Somit konnten viele zum Export freigegebene Arten in diversen Fangstationen abgegeben werden.
    Leider kam nun ein Streik der Ibama im Bundesstaat Para dazwischen und die Fische müssen über zwei verschiedene Exporteure verschickt werden, da die Fangstationen mittlerweile lieber zu ihren Stammexporteuren geliefert haben.
    Nun wurde ich mehrfach gefragt, ob es eine Liste gibt aus der man sich Fische aussuchen könne. Dem ist nicht so. Ich habe Kontakt zu allen Fangstationen an denen die Reisegruppe Station gemacht hat. Dort liegen Aufträge von mir vor, den Import noch mit einigen interessanten Arten zu veredeln. Leider hat dies in zumindest einem Fall nicht funktioniert. Mal sehen wie sich die Anderen anstellen.
    Ein noch heikleres Thema sind die Fischpreise. Hierbei ist es entscheidend welche Größe die Fische zum Zeitpunkt des Versands haben und somit ihr Platzanspruch innerhalb einer Box ist. Die Frage ist: wie viele Pseudacanthicus sp L. 25 kann ich in eine Box mit den Innenmaßen 38 x 38 cm bei Einzelverpackung setzen. Bei 10 cm Tieren kann man wohl 10 Stück hineinbekommen. Bei 15 cm wahrscheinlich nur noch 4-5. Bei 20 cm nur noch 2 Tiere.
    Veranschlagt man den Preis für eine solche Box mit 100 Euro, so erklärt sich warum bereits geringe Größenunterschiede sich so deutlich auf den Preis auswirken.
    Bei Tieren über 30 cm müssen bereits 60 Liter Boxen genommen werden, die mit 200 Euro zu veranschlagen sind. Dort passen dann zwar wieder 2 große Tiere hinein aber der Selbstkostenpreis der Fracht liegt immerhin schon bei 100 Euro pro Tier.


    Ich bin immer dankbar über Anfragen, da es wichtig zu wissen ist, welche Fische gesucht werden. Einen genauen Preis kann man jedoch immer erst nennen, wenn die Tiere gelandet sind und die Quarantäne durchlaufen haben.


    Gruß
    Jens

    Hallo Sonja,
    du besitzt zwei Weibchen von Crenicichla sp. aff. notophthalmus "Orinoko" oder Crenicichla notophthalmus. Leider unterscheiden sich beide Arten nur im männlichen Geschlecht voneinander, welches dir ja fehlt. Deutlich häufiger ist jedoch der Crenicichla sp. aff. notophthalmus "Orinoko" anzutreffen. Die Aussage, dass es auch Männchen mit Augenflecken in der Rückenflosse gibt, ist kompletter Blödsinn.
    Viele Grüße
    Jens

    Hallo Kai,
    ich habe mal ein bißchen recherchiert und melde mich deshalb so spät.
    Deine Tiere stammen von Aquarium Eimsbüttel (Herr Tackmann). Bei den 2 Exemplaren handelt es sich um Geophagus sp. Guyana I aus dem Rio Branco bei Caracarai. Ich selbst habe die Nachzuchten damals an Herrn Tackmann verkauft. Bei der Anlieferung fielen mir die anderen Geophagus deiner 9er Gruppe auf, die damals als Geophagus sp. Amapa Grande angeboten wurden. Da dies eine Fehleinschätzung des Kunden war, welcher sie geliefert hatte, vermittelte mir Herr Tackmann den Kontakt zu dem Züchter.
    Die mir zur Verfügung gestellten Fotos der Elterntiere ließen eine Eingrenzung auf den näheren Umkreis von Geophagus abalios zu. Jedoch waren die Abweichungen, insbesondere der Kopfzeichnung immens. Wir einigten uns auf Geophagus cf abalios. Unter diesem Namen erschien auch der hier verlinkte Artikel in der Amazonas, welcher leider nur ein Bild des Autoren und der im Text beschriebenen Fische enthielt. Mir lagen weitere abdruckfähige Bilder vor, die allerdings nicht berücksichtigt wurden. Anstattdessen wurde der Artikel mit Bildern des echten Geophagus abalios aufgefüllt . Es handelt sich laut Autor um einen ovophilen biparentalen Maulbrüter.
    Da bei Aquarium Eimsbüttel die Tiere korrekt beschriftet waren, scheint der Vorbesitzer deiner Tiere, die Namen schlichtweg vergessen zu haben.
    Da ich mittlerweile einen umfangreichen Stammbaum der Geophagus auf Untersuchungen der Cytochrom-b Grundlage habe, kann ich anbieten, einen Flossenschnipsel deiner Tiere mit untersuchen zu lassen. Die nahe verwandten Arten Geophagus abalios und Geophagus sp Guyana II sind bereits eingearbeitet. Die von Elko fotografierte Variante ist auch schon in Arbeit. Allerdings eine Woche vorher von Adam (Cichlakiller) gefangen. Da deine Tiere reinerbige F1 Nachzuchten sind, sollte da ein Ergebnis möglich sein.
    Gruß
    Jens


    P.S Durch meine Importe und Kontakte komme oft an Tiere mit gesicherter Herkunftsangabe und habe deshalb schon vor längerer Zeit begonnen DNA-Schnipsel von Crenicichla, Geophagus, Heros; Mesonauta, Guianacara, Satanoperca, Gymnogeophagus, Cichla, Retroculus, Acarichthys, Biotodoma, Aequidens und, und, und zu sammeln.

    Hallo Fisker,
    kannst Du bitte noch mal schauen, ob Du die "steingrauen" Crenicichla johanna aus dem Rio Xingú auch bei Joachim fotografiert hast. Die fehlen nämlich noch fürs Buch. Ansonsten kannst deine Dias wie folgt beschriften:
    Bild 1-4 Crenicichla sp. aff. lugubris Tapajós (Cobra)
    Bild 5 Crenicichla sp. Xingú III
    Bild 6-7 Crenicichla cincta
    Bild 8 ?
    Bild 9 Crenicichla sp. aff lugubris Xingú (Xingú II)
    Bild 10 ?
    Bild 11 Crenicichla cincta
    Bild 12 Crenicichla sp. aff lugubris Xingú (Xingú II)
    Bild 13-14 Crenicichla sp. Xingú III
    Bild 15 Crenicichla phaiospilus
    Bild 16-17 Crenicichla lenticulata
    Bild 18-20 Crenicichla sp. Xingú I
    Bild 21 Crenicichla sp. aff. lugubris Tapajós (Cobra)


    Gruß
    Jens

    Servus,
    diese grobe Punktzeichnung in der Schwanzflosse ist die Vorstufe zur Streifenzeichnung. Warte noch ein paar Monate, dann ist die Schwanzflosse geflammt/ gestreift. Die PN beantworte ich aber eher.
    Gruß
    Jens

    Moin,
    Geophagus abalios erscheint mir am wahrscheinlichsten. Bei meinen ist der Seitenfleck etwas größer, aber das Verbreitungsgebiet dieser Art ist groß, somit sind kleine Unterschiede denkbar.
    Gruß
    Jens