• Hi,


    Es wird ja immer wieder bei vielen Cichliden geraten, eine Gruppe Jungtiere zu nehmen, und sich ein Paar finden zu lassen.
    Diese sind ja in der Regel Jungtiere aus dem selben Gelege, also Geschwister.
    Aus dem Gelege dieser Geschwister werden dann ja vielleicht wieder Gruppen genommen zur Paarfindung usw.....


    Nun scheint es ja so , dass Inzucht bei Fischen kein wirkliches Problem darstellen soll, siehe z. b. hier
    In einem älteren Thread wurde auch gesagt, es wäre auch klar, dass ab der x-ten Generation Degenerationen auftreten würden.
    Leider ist von diesem User nichts mehr nachgekommen, und ist auch seit 2 Jahren nicht mehr aktiv.


    Mich würden also Informationen zu dem Thema Inzucht interessieren, speziell was Buntbarsche angeht.
    Gibt es da Studien, was die Degenerationen in der x-ten Generation angeht ?

    Liebe Grüsse,
    Jeannot
    http://www.jeannot.lu
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    Erfahrung ist eine nützliche Sache, leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte
    Sir Peter Ustinov


    Am Ende zählt, ob einer ist, was er vorgibt zu sein
    K.T. Freiherr zu Guttenberg (1972)

  • Fast alle Maroni-Buntbarsche im Handel sind Nachzuchten. Sie erreichen oft nicht mehr die natürliche Länge von 10 Zentimetern, sondern bleiben als Folge von Inzucht über Generationen zwergwüchsig.
    so ist es auch mit den meisten anderen buntbarschen...
    mfg micha. :) 

  • Hi,


    das ist klar, dass die meisten verkauften Fische Nachzuchten sind, das heisst aber nicht zwangsläufig, dass es Inzucht über viele Generationen ist.
    In dem von mir angegebenen Link wird ja von postiven Aspekten der Inzucht gesprochen.
    Mich interessiert halt, ob es Studien mit konkreten Infos zu den negativen Folgen der Inzucht über viele Generationen gibt, oder ob das auch nur ein Mythos der Aquaristik ist.

    Liebe Grüsse,
    Jeannot
    http://www.jeannot.lu
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    Sir Peter Ustinov


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    K.T. Freiherr zu Guttenberg (1972)

  • Hallo Jeannot,
    den Erklärungen von Dr. Thunken anhand der Pelvicachromis Population aus dem Nange ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Eine Inzuchtdepression entsteht nur dann, wenn der Genteil der beiden "Kopien" an der gleichen Stelle einen Fehler hat. Ob das gut oder schlecht ist, zeigt sich erst später. So wird z.B. ein Albino oder Lutino seine Gene unter natürlichen Bedingungen kaum an seine Nachkommen weitergeben, da Fressfeinde verhindern werden, dass sich das Tier überhaupt vermehrt.
    So gesehen, hat die Inzucht-Pralinenschachtel den Vorteil, dass man vorher weiß, was man kriegt, und warum soll man nach etwas besserem suchen, wenn das Altbekannte super funktioniert. Solange keine krankmachenden Eigenschaften im Erbgut vorhanden sind, wird es auch nicht zu negativen Folgen kommen.
    Die Degenerationen die wir bei manchen Aquarienpopulationen finden sind eher hausgemacht. Es werden viel zu viele Tiere in viel zu kleinen Behältern aufgezogen, so dass die Fische bei Eintritt der Geschlechtsreife deutlich kleiner sind, als gleichartige Wildtiere. Wenn man dann statt mit den größten Tieren immer mit denen weiterzüchtet, die als erste wieder ein Gelege haben, nehmen wir eine Zuchtausles vor, die möglicherweise gar nicht beabsichtigt ist. Wenn ich ein Paar Wildfang-Maroni-Cichliden von 15 cm Länge, mit einem tschechischen Paar zusammensetze, das mit 6 cm Länge zum ersten mal gelaicht hat, wer wird da wohl erfolgreich brüten?
    Habe ich in Ermangelung von Alternativen mit einem Tier gezogen habe, das eine Rückgratdeformierung aufwies, so haben alle Nachkommen diese Geninformation in ihrer "Kopie", auch die, die gar keine Deformation zeigen. Wenn diese Nachzuchten nun zu einem Händler gegeben werden, so vermehren die Käufer dieser Fische, wenn sie sie nicht mit anderen Tieren einkreuzen kranke Fische, die die Natur ausmerzen würde. Das ist dann Inzucht im eigentlichen Sinn, und hat nichts mit der Anzahl der Generationen zu tun.



    In dem Zusammenhang wundert es, das Inzucht beim Menschen in jeder Kultur mit Tabu belegt ist. Ist es bei vielen Ehepartnern nicht so, dass die eigenen Blutsverwandten alle super drauf und sympathisch sind, während die Familie des Partners in Gänze total unterbelichtet ist? Der Partner und seine Familie denkt übrigens genauso! :thumbsup: 
    Gruß Frank

  • Hallo Leute,
    hier mal das Paradebeispiel dafür das die Zucht von verwandten Tieren über Generationen nicht zwangsläufig mit Inzuchtdepressionen einher geht.
    Dieses im natürlichen Lebensraum vom Austerben bedrohte Tier kennt wohl jeder, und unter "Haltung" steht, wie es die Tiere zu uns geschafft haben.
    Guckst du hier
    Gru0 Frank

  • Hi,


    Zitat

    während die Familie des Partners in Gänze total unterbelichtet ist


    und dabei auch noch Belgier sind .... :-)/~ 
    Aber das nur am Rande.


    Sehr interessantes Thema , man bräuchte mehr Zeit und Becken um zu experimentieren.
    Irgendwann kommt die Rente auch zu mir, hoffe ich mal

    Liebe Grüsse,
    Jeannot
    http://www.jeannot.lu
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    Am Ende zählt, ob einer ist, was er vorgibt zu sein
    K.T. Freiherr zu Guttenberg (1972)