3. Internationale L-Wels-Tage (22. – 24.11.2013 in Hannover)

  • Hi,


    so endlich Zeit die vergangenen drei Tage (anzufangen) aufzuarbeiten.
    Vorweg: es waren wieder drei sehr interessante Tage und es war möglich viel Wissen aufzusaugen, den einen oder anderen alten Bekannten zu treffen und auch neue Bekanntschaften zu schließen.


    Tag 1:


    Anreise und Verteilung der Tagungspakete





    Verkaufsstände der Sponsoren





    Alles wartet auf den Anfang




    Eröffnung




    Hans-Georg Evers über "Der Brasilianische Schild - Hotspot für L-Welse"


    Ein kleiner Ausflug in die Erdgeschichte diente zur Erklärung der Entstehung des Brasilianischen Schildes.
    Ebenso erfuhren wir den Unterschied zwischen Cerrado und Regenwald, sowie Informationen über die Zerstörung der Natur in diesem Gebiet.
    Den Hauptinhalt galt dann den Hauptflüssen Rio Tapajós, Rio Xingú und Rio Tocantins, sowie ihren jeweiligen welsigen Bewohnern.






    Fortsetzung folgt

  • Vortrag Mark Sabaj Pérez und Leandro Sousa "Rio Xingu - ein Paradies in Gefahr"


    Hauptsächlich ging es hier um das Gebiet um Belo Monte und die geografische Besonderheit, der extremen Höhendifferenz die diese Position gerade für so ein Staudammprojekt interessant macht. Auf der anderen Seite natürlich um die Fische, ganz besonders über die, die dort endemisch vorkommen. Darüber hinaus wurden wir über 6 Projekte für die Ichthyofauna informiert.






  • Schwerpunkt war die Flussschleife des Rio Xingu zwischen Altamira und Belo Monte




    Größere Kartenansicht

    Wenn man dann mal bei Google etwas mehr auf dem Ost-Teil der Schleife zoomt, wird einem erst so richtig bewusst, was man dort für ein geologisch interessantes, auf der Erde einmaliges Gebiet vor sich hat. Der Rio Xingú, der sich durch Felspalten, zickzackförmig einen Weg sucht.




    Größere Kartenansicht
  • N'Abend Elko


    Danke für die BIlder.Und wenn man bei denen vielen Welshöhlen nicht fündig wird,dann weiß ich es auch nicht. :whistling:

    Liebe Grüße Nikolas aus dem Saarland :thumbsup: 



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    Das einzige was wir Aquarianer gemeinsam haben ist ein Kasten aus Glas.Alles was danach kommt ist einzigartig. 


  • Moin Elko,


    danke...für den Anfang ;) ...kommt noch mehr? :D


    Was war denn das für "Monsterwelshöhlen"????? Wo gibts die denn zu kaufen?



    ups....grad gelesen dass eine Fortsetzung folgt :rolleyes:

  • Hi,


    ... gerne.


    Sorry, leider schaffe ich nicht alles auf einmal. ;)
    Wenn es hier oder dort einmal etwas stockt, habt bitte Verständnis dafür.


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    2. Tag - Samstag Vormittag


    Wie ich mir sagen lassen hab, war die Nacht nur wenige Stunden alt geworden.



    Vortrag von Mark Sabaj Pérez "Ein letzter Blick auf die große Schleife des Rio Xingú: die Volta Grande"


    Wie wir aus auch schon aus anderen Berichten wissen, wird die Xingú-Schleife zwischen Altamira und Belo Monte durch das Staudammprojekt (fast?) trocken gelegt. Dieses hat entsprechende Konsequenzen für die dort lebenden Fische / Harnischwelse, von denen 26 Arten in diesem Xingú-Abschnitt endemisch vorkommen. Es geht darum zumindest den aktuellen Artenbestand wissenschaftlich zu dokumentieren, bevor ab 2014 die Veränderung des Xingú-Wasserlaufs beginnt.






    Vortrag von Jens Gottwald "Kommerzieller Zierfischfang am Xingú - ein Fortschritt auch für die Wissenschaft


    Wenn auch nicht als Harnischwels-Pionier, so hat Jens Gottwald ab 1998 sehr erfolgreich eine Fangstation in Altamira betrieben. Jens zeigte uns wie der kommerzielle Zierfischfang auch Vorteile für die wissenschaftliche Arbeit brachte.






    Vortrag von Matthias Kählig "Auswirkungen von Strömungen auf das Verhalten von Harnischwelsen"


    Matthias Kählig hat Harnischwelse insbesondere unter Wasser beobachtet. Wie er berichtet, flüchten sie immer mit der Strömung in dem sie ihre Flossen wie Segel aufstellen. Auch der Körperbau von manchen Harnischwelsen erinnert an den Heckspoiler eines Opel-Mantas.





    Fortsetzung folgt

  • Hi,


    Weiter mit Tag 2


    Vortrag von Ingo Seidel "Hypancistrus: Ein Gattungsüberblick"


    Gerade vom Rio Xingú sind diverse Formen von Hypancistrus bekannt. Ingo hat zu so ziemlich allem bzgl. der Gattung berichtet.







    Vortrag von Leandro Sousa "Wissenschaftlich neue Hypancistrus-Arten aus Brasilien"


    Dieser Vortrag hätte auch als zwei Vorträge gelten können. Im ersten Teil zeigte Leandro Sousa diverse Biotope am Xingú.
    Im zweiten Teil ging es dann um die Verteilung der Hypancistrus-Formen entlang des Rio Xingú, die Problematik der Artbildung und die bisherige Hilflosigkeit mit aktuellen Methoden (Gentechnik) eine Artabgrenzung zwischen den Hypancistrus eines Flusssystems vorzunehmen.











    Vortrag von Rajanta Sinardja Rahardja "Professionelle Zucht von Hypancistrus Zebra L46"


    Durchschnittlich 368 Hypancistrus zebra-NZ werden pro Monat erbrütet. Die Anzahl Tiere pro Gelege liegt etwa bei 28.
    Eine wesentliche Rolle spielen relativ konstante Haltungsbedingungen das ganze Jahr über. Alles wird bis ins Kleinste dokumentiert, um Rückschlüsse ziehen zu können.
    Mopsköpfe sind eine absolute Ausnahme (>10 bisher). Was höchstwahrscheinlich auf eine sehr gute Wasserqualität (viele WW) zurückzuführen ist.






    Vortrag von Ingo Seidel "Die L236 Story - Einführung"


    Ingo gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der L236. Begonnen damit, wie er zufällig an Erstimporte kam bis dahin, wie man heute die sogenannten L236 einordnen sollte.






    Vortrag von Robert Budrovcan "Die L236 Story - Zuchterfolge und Zuchtziele"


    Robert hat uns berichtet, wie er zu seinem ersten L236-Pärchen gekommen ist und wie er über reichlich 10 Jahre die Tiere gezüchtet hat, mit dem Ziel möglichst ganz weiße Tiere zu erhalten. Zu diesem Ziel kommen nun noch neue Zuchtideen.







    Vortrag von Ernst Schmidt "Die L236 Story - Aufzucht"


    Ernst hat uns über seine sehr erfolgreiche Methode zur Aufzucht von L236 (aber nicht nur für diese) berichtet.






    Fortsetzung folgt

  • Hi,


    sorry für die Pause, die Abstimmungen mit dem Weihnachtsmann waren doch etwas aufwändiger als gedacht.
    Also heute mal noch ein paar Bilder vom L-Wels-(Sonn-)Tage.
    Sobald ich dazu komme, werde ich dann auch noch etwas mehr zu den Vorträgen schreiben.


    Vortrag von Andreas Tanke "Die Gattung: Panaqolus - Systematisches und Neues"


    Hier ging es um die Einteilung der Panaqolus in Gruppen und die neuen Panaqolus-L-Nummern. An anderer Stelle hatte ich schon über beides berichtet.






    Vortrag von Haakon Haagensen "Die Hypancistrus des Rio Xingú"


    In der Überschrift des Vortrages sind schon die beiden wichtigsten Schlagworte dieser L-Wels-Tage enthalten: Hypancistrus und Xingú.
    Haakon hat über die verschieden Formen von Hypancistrus und zu deren Systematik gesprochen. Etwas vorfristig hat er auch verraten, dass der Hypancistrus sp. "Mimic" die L-Nummer L470 erhalten soll. Wesentliche Teile diese Vortrages findet Ihr auch in der letzten Amazonas (Nov./Dez. 2013).





    Vortrag von Rajanta S Rahardja "Professionelle Zierfischzucht, insbesondere großer Harnischwelse"


    Schon auf den 2. L-Wels-Tagen fiel der Vortrag von Rajanta, über die Nachzucht von Scocinancistrus aureatus (L 14) auf.
    In diesem Vortrag hier ging es auch um die Nachzucht von Pseudacanthicus cf. leopardus (L 114). Die Herangehensweise an diese Nachzuchten mit statistischer Erfassung, exakter Umsetzung der Ergebnis bei der späteren Hälterung und Nachzucht ... das Professionell im Titel des Vortrages ist sehr ernst zu nehmen.




    Fortsetzung folgt

  • Vortrag von Torsten Schwede "Einsparmöglichkeiten in der Aquaristik"


    Torsten ist wohl der geborene aquaristische Energiesparkünstler. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, hat er den Energieverbrauch für seine Aquarien etwa um 80% gesenkt.
    Wesentliche Punkte auf diesem Weg waren: Verwendung von Zentral- statt Einzelfilter, Luftheber statt Strömungspumpen, Wärmeaustauscher statt "Heizstab".





    Vortrag von Daniel Reichenstein "Vermehrung von "L 82" im Aquarium"


    Bei Daniel ging es um die Vermehrung von diesem Ancistrini bzw. Scobinancistrus. Besonders interessant seine Konstruktion von Aquarium im Aquarium.





    Leider war es mir nicht möglich zu den letzten Vorträgen noch da zu bleiben.
    Wie schon geschrieben, ein paar textlicher Ergänzungen werde ich in den nächsten Tagen noch machen.


    Soweit. Viele Grüße
    Elko

  • Hallo Elko,


    danke für Deine vielen Bilder und Erläuterungen. Ein bisschen länger bin ich ja noch geblieben. Ich versuche die Tage, noch ein bisschen was zu zeigen, unter anderem aus Neuseeland. :)


    Liebe Grüße


    Melanie

    [bestand]1509[/bestand]
    Du bist panaqolusverrückt, wenn Du immer statt 200g Nudeln oder Mehl immer 204g, bei 300g immer 306g abwiegst.
    Du bist panaqolusverrückt, wenn Du in allen Bekleidungsgeschäften nach Ringelsocken suchst, auch wenn die grad total out sind.

  • Hallo Elko,


    Danke für den Bericht.
    Das interessiert mich nun aber: *Vortrag von Torsten Schwede "Einsparmöglichkeiten in der Aquaristik"*


    Wie soll das gemeint sein: * Verwendung von Zentral- statt Einzelfilter*? Und dann noch in Verbindung mit Lufthebern? :?:

  • Hallo Mario,


    ... eigentlich wie es da steht.


    Torsten hat die Einzelfilter aus den Aquarien verbannt, die Aquarien untereinander (anlagenmäßig) verrohrt und betreibt die nun über einen Zentralfilter.
    Der Zentralfilter - genauer gesagt die eine Pumpe - verbraucht wesentlich weniger Strom als alle Einzelfilter vorher in Summe.
    (So eine Verbindung kann natürlich auch Probleme mit sich bringen, z. B. können sich Krankheiten schnell ausbreiten, d.h. eine höhere Achtsamkeit ist angebracht und einzelne Aquarien müssen zur Not auch aus dem Gesamtkreislauf ausgeklinkt werden können.)


    Um Strömung in die Aquarien zu bekommen verwendet Torsten nun Luftheber. Dafür sind die Strömungspumpen entfernt worden. Der Luftpumpe/Kompressor benötigt nun weniger Strom als vorher die einzelnen Strömungspumpen in Summe.


    Diese Umrüstung - also z.B. die Verrohrungen - kosten eine Menge Geld. Aber andererseits, im Laufe der Zeit geht sonst eine Menge Geld für Strom drauf, das so nun gespart werden kann. Die Umrüstung soll sich bei Torsten in kurzer Zeit amortisiert haben.


    Viele Grüße
    Elko