Geophagus Tapajos Sozialverhalten

  • Hallo,


    ich hatte eine unterm Strich eher disharmonische 8er-Gruppe Geophagus Tapajos Red Head in einem Becken mit 2,5m Kantenlänge gepflegt. Es bildeten sich dann mehrere Pärchen, es ging dann nich mehr rund im Becken und ich habe daher bis auf ein Pärchen alle übrigen Erdfresser in gute Hände abgegeben.


    Ich dachte, jetzt wäre alles fein und das verbliebene Pärchen könnte in Ruhe “brüten“. Ich habe die Beckenstruktur zeitgleich zur Bestandsreduzierung verändert (eine große Wurzel raus).


    Da ist jetzt aber nichts mehr mit Harmonie! Habe ich mich verguckt und das falsche Weibchen rausgefangen (das Männchen war unverwechselbar) oder kann das von der Bestandsreduzierung/Umstrukturierung herrühren?


    Danke im Voraus

  • Hi Kotelett,


    für mich stellen sich im Vorfeld noch einige Fragen:

    - sind die Geophagen die einzigen Bewohner?

    - handelt es sich eindeutig um G. sp. Tapajos oder vielleicht sp. Araguaia? Letztere sind/sollen untereinander rabiater sein.

    - wie ist die Beckenstruktur gestaltet?

    G. sp. Red Head gehören zu den lebhafteren Arten ihrer Gattung. Ich hielt sie auch in Gruppe von 6 Stück in 1,8 x 0,6 m ohne Komplikationen, da teilten z.B. meine G. mirabilis untereinander mehr aus. Es sonderte sich bei mir aber immer nur 1 Paar ab und pflanzte sich erfolgreich fort. Es kann natürlich auch sein, dass du ein "falsches" Weibchen belassen hast oder es sich gar um ein Männchen handelt. Ich nehme an, dass du dein M am ausgeprägteren Stirnbuckel eindeutig zuordnen konntest, aber ansonsten ist die Geschlechterbestimmung nur noch am Verhalten oder natürlich bei der Fortpflanzung eindeutig. Ein Faktor stellt vielleicht auch der fehlende Streß bei der Behauptung gegenüber den anderen Tieren dar. wenn dieser fehlt, richtet es sich gegen die verbliebenen. Ganz deutlich ist dieses Verhalten bei mittelamerikanischen Großcichliden erlebbar.

    Beste Grüße von Mathias

  • Hallo,

    schon mal vielen Dank für die ausführliche Antwort.


    Zu den Fragen:


    1.) Die Geophagen sind die einzigen Buntbarsche im Becken. Daneben leben noch L-Welse, eine 15 Salmler und 25 Panzerwelse im Becken.


    2.) Fotos der beiden angesprochenen Exemplare habe ich unten angehängt.




    3.) Ein Beckenfoto habe ich ebenfalls angehängt. Das ist der Aufbau nach Entnahme einer großen Wurzel aus der Beckenmitte.



  • Hi Kotelett,


    es sind G.sp. Tapajos und das vordere Tier sollte eindeutig ein M sein. Da musst du ja eine besonders ruppige Population erwischt haben. Wie schon geschrieben, kenne ich das von meinen bisherigen Tieren unterschiedlichster Bezugsquellen nicht. Abhilfe schafft m.E. eine Vergesellschaftung mit anderen geeigneten Cichliden. Von der Beckengröße her gesehen, hast du nur die Qual der Wahl. Die Einrichtung bietet auch Reviergrenzen, aber man kann ja auch da ein wenig experimentieren beim Umgestalten.


    Beste Grüße von Mathias

  • Hallo!


    Vor ein paar Jahren hatte ich genau dasselbe Problem wie du!

    Ich habe dann leider auch das letzte Paar abgegeben weil es einfach nicht funktioniert hat!

    Ev hilft dir eine große Tonröhre (Weinkühler) wo sich dass Weibchen verstecken kann!

    Hatte ich auch ein paar Monate so!

  • Hallo zusammen,


    tja so ist das eben, ich konnte nie beobachten, dass die G. sp. RH in einer Röhre verschwunden sind. Derzeit schwimmt bei mir nur noch ein Weibchen, welches ihren Lieblingsplatz unter einer Wurzel gegen wesentlich größere Hypselecara und Heros behauptet.


    Mit besten Grüßen Mathias

  • Habe am letzten WE 8 junge Geophagus Altifrons dazu gesetzt. Die wuseln jetzt ordentlich durch das Becken und zicken sich mitunter auch schon gegenseitig an. Ich glaube, dass das Tapajos-Paar sich jetzt tatsächlich wieder “gefunden“ hat. Sie schwimmen wieder zusammen umher und putzen auch hier und dort wieder eine Wurzel oder eine Tonröhre. Sobald das neue Becken steht, wollte ich die Geophagus eigentlich wieder trennen, aber vielleicht schaue ich mir das erst noch ein paar Woche an.