Eine Insel mit Land drum rum

  • Hi,


    die nächste Station war die Laguna Sisi. Diese liegt etwas südlich von Humaitá. Auf einem Bauernhof stiegen wir auf einen Traktor um.

    Danach ging es ca. 5 km Feldweg mit dem Traktor. Das Auto wäre da nicht durch gekommen, aber 5 km Holperstrecke auf 'ner Ecke von dem Traktor stehen war auch nicht gerade toll.

    Die letzten ca. 200 Meter mussten wir zu Fuß gehen. Je näher wir der Lagune kamen, desto mehr Mücken wurden es. Dass sie bei AntiBrumm tot umzufallen haben, hatte den anscheinend auch noch keiner gesagt. :( "Sicherlich" stammt Humboldts Spruch "Hier gibt es mehr Mücken als Luft zum Atmen" von dort.


    Die Lagune ist sehr idyllisch gelegen. Laut Reiseplan sollten wir dort mit dem Boot auf die Lagune rausfahren. Von einem Boot war dort aber weit und breit nichts zu sehen. :(

    Am Ufer konnte ich wenigstens einen Pseudohemiodon cf. platycephalus fangen.


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    Fortsetzung folgt

  • Hi,


    ... ich nehme da schon bewährte Mittelchen und möchte da unten keine Experimente machen.

    Ansonsten würde ich auch eher auf die Mittel der Indios zurückgreifen: in diesem Fall Substrat von einem Termitennest.


    ----


    Von der Lagune sind wir noch weiter nach Süden, nach Paso de Patria. Der Ort liegt fast an der Mündung des río Paraguay und war einer der Hauptkriegsschauplätze des Tripple-Allianz-Krieges.

    In Paso de Patria befindet sich daher auch ein Museum, in das ein einheimischer Sammler mehrere tausend Stück von dem Schlachtfeld ausgegraben und zusammengetragen hat.


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    Río Paraguay bei Paso de Patria


    Fortsetzung folgt

  • Hi,


    weiter ging es nach Coratei. Unterwegs machten wir noch einen Zwischenstopp in Santiago de Apóstol


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    Die alte Jesuitenkirche von Santiago de Apóstol.


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    ... mal andere Figuren ... extra leichter gebaut für Prozessionen


    Fortsetzung folgt

  • Für den Nachmittag gab es lt. Reiseplan zwei Optionen: einen Rundflug über das Gebiet oder eine Bootsfahrt auf dem río Paraná.

    Der Rundflug war für uns keine ernsthafte Option. Am Vortag hatten wir aber auch schon erfahren, dass überhaupt kein Pilot vor Ort sei.


    Für den Tag war auch ein Unwetter angesagt. An unserem nächsten Hotel hatte es uns dann auch eingeholt. Wir hatten uns kaum vor die Tür getraut. An eine Bootsfahrt war überhaupt nicht zu denken. Als der Regen ein Pause machte schaute ich mich mal etwas in der Nähe des Hotels um.


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    Schmuckreiher (Egretta thula)


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    Rhea (Rhea americana)


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    Waldstorch (Mycteria americana)


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    Halsband-Wehrvogel (Chauna torquata)


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    Riesentukan (Ramphastos toco)


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    Schwarzkehl-Ammerfink (Melanodera melanodera)


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    Río Paraná bei Coratei


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    Feldspecht (Colaptes campestris)


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    Gelbbürzelstärling (Pseudoleistes guirahuro)?


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    Braunbrustschwalbe (Progne tapera)?


    Fortsetzung folgt

  • Hallo, Elko ! Wie immer Danke für deine tollen Bilder- ich denke, für Vogelkundler ein wahres Paradies ! Eine gute Woche und 1. Mai ! Claus:)

    Ein mongolisches Sprichwort: Berge können sich nicht miteinander unterhalten, aber MENSCHEN ! ;)[bestand]1869[/bestand]

  • Hi,


    gerne Claus,


    ---


    Als der Regen dann etwas nachgelassen hatte fuhren wir nach San Cosme y Damián. Ein der wichtigsten Jesuitenmisionen, in der man auch Astronomie betrieben hatte. Heute zeugt eine Sternwarte und ein kleines Planetarium davon. Auf dem Gelände war durch den Sturm ein Baum umgestürzt und hat ein Stromkabel mitgerissen, sd. die Sternwarte keinen Strom hatte. Auf dem Rückweg holte uns das Unwetter erneut ein. Die Blitze und der Wolkenbruch wären wohl nur halb so schlimm gewesen, wenn man noch die vielen Schlaglöcher auf der Straße gesehen hätte.


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    Mit Gegenverkehr muss man immer rechnen


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    Río Parana - Staudamm Yacyreta


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    Misión Jesuitica Guaraní de San Cosme y Damián


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    Fortsetzung folgt

  • Hi,


    am Morgen konnten wir die Folgen von dem Unwetter sehen: überall stand Wasser und die Weg waren aufgeweicht. Zum Glück wurden wir mit dem Boot direkt am Hotel abgeholt. Geplant war eine Bootstour über den río Parana mit Grillen auf einer der Inseln. Doch zunächst mussten wir vom Hafen und mussten uns bei der Marine anmelden. Nach Kontrolle der Pässe durften wir dann los. (Ich glaube, das war das erstem Mal in Südamerika, dass da jemand an einem Grenzfluss die Pässe sehen wollte, zumal wir ja noch nicht einmal in Argentinien an Land gehen wollten.)


    Der Bootsführer hatte von der Ausfahrt leider eine etwas andere Vorstellung als wir: statt in Ruhe nach Tieren sich umzusehen, wollte er uns wohl die Höchstgeschwindigkeit seines Bootes demonstrieren. :(

    Ein paar Vögel hatten sich zum Glück nicht vertreiben lassen. Auf der Isla Paraiso mit im río Paraná war dann Grillpause. Dort hat sich eine Familie angesiedelt und betreibt einen Grill(platz). In den Sommermonaten soll die Insel immer mit Bootsausflüglern, insbesondere aus Argentinien, voll sein. Das Ufer ist flach. Das Schwimmen in der Strömung war aber kaum möglich - zumindest ist man nicht dort angekommen, wo man hin wollte.


    Ein paar Bilder:


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    Am Morgen.


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    Río Parana bei Coratei


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    Río Paraná - Isla Apipe Grande, Argentinien


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    Río Paraná bei Yacyretá (Staumauer)


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    Olivenscharbe (Phalacrocorax brasilianus)


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    Picazuro-Taube (Columba picazuro)


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    Rotbrustfischer (Ceryle torquata)


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    Río Paraná bei Isla Paraiso


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    Gegrillte Rippchen zum Mittag

  • Hi,


    ich hatte mich auch in der Nähe unseres Hotels etwas umgesehen: ein kleiner Bach und eine überflutete Wiese luden ein:


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    Drossel (Turdus sp.)


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    Halsband-Wehrvogel (Chauna torquata)


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    Habitat von ...


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    Chaetobranchopsis australis


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    Hoplerythrinus unitaeniatus


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    Erythrinus sp.


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    Apistogramma borellii


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    Laetacara dorsigera


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    Habitat von ... :)


    Fortsetzung folgt

  • Hi,


    am nächsten Tag ging es zum Wasserkraftwerk Yacyretá. Dieses ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Argentinien und Paraguay. Die Staumauer ist nur 24 Meter hoch. Der Stausee dafür ca. 65 km lang. Da der río Paraná hier kein Tal durchfließt, ist der Stausee auch sehr breit. Insgesamt hat er eine Fläche von ca. 1.600 km². Da entspricht etwa der doppelten Fläche von Berlin.

    Der Name stammt aus dem Guaraní ("jasy retã") und bedeutet "Land des Mondes". Damit nahmen die Ureinwohner Bezug auf die Landschaft.


    Argentinien bedrängt Paraguay mit einer Erweiterung des Kraftwerkes. Da der Strombedarf von Paraguay insbesondere schon durch Itaipú gedeckt ist, hat Paraguay kein Interesse. Argentinien soll Paraguay nun damit gedroht haben: wenn es die Erweiterung nicht gibt, dann will man ein Atomkraftwerk an der Grenze bauen. "Böse Stimmen" meinen, dann soll Paraguay Argentinien damit drohen, im Gegenzug ein Atomendmülllager bei Ciudad del Este, also bei Iguazú einzurichten.


    Für die Fische, die den rió Paraná stromaufwärts zu ihren Laichplätzen schwimmen, wurden 4 Fischaufzüge eingerichtet. Aller 15 Minuten fährt ein Korb die Fische von unten nach oben. Man geht davon aus, dass man damit aber maximal 10% der Fische transportiert, die den Fluss aufwärts wollen. Wie das so richtig funktioniert ist mir noch nicht klar: man mag ja die Fische in den Korb rein locken können, aber die werden sich wohl kaum alle lieb haben.


    Ein paar Bilder:


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    Yacyreta - von jasy retã = Land des Mondes


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    Fortsetzung folgt

  • Hallo Elko,


    danke für diesen wunderbaren Bericht! Liest sich wie jeder deiner Reiseberichte einfach traumhaft. Am liebsten wär man selbst dabei gewesen.


    Mal eine Frage. Und zwar schreibst du von "eurem Guide". Ich erinnere mich, bei deinen letzten Reisen war das auch der Fall, dass ihr einen Guide hattet? Weiß ich jetzt leider nicht mehr sicher. Die Frage ist, wie kommt man denn überhaupt an so einen Guide?


    Danke schonmal für die Antwort.

  • Hi,


    ... man bucht die Reise und der Veranstalter stellt einen Guide für die Reise.

    Wenn es eine Gruppenreise ist, gibt es einen Reiseplan an den sich gehalten wird und die Guides versuchen dann möglichst auf die einzelnen Teilnehmer einzugehen.

    Bei einer Individualreise kann man dem Guide natürlich klar sagen was man will.

    Wenn man einen Guide kennt, kann man den auch direkt kontaktieren. An verschiedenen Stellen in meinen Berichten habe ich auch Guide und Email-Adresse genannt. (Zum Beispiel bei São Luís, Salvador de Bahia. Die Guides von dieser Reise haben mir auch ihre Email-Adesse gegeben - allerdings kommt der eine Guide erstmal für ca. 10 Jahre nach Deutschland zurück, will dann aber nach Paraguay zurückkehren und bei dem zweiten sollte man Spanisch oder Englisch sprechen. In zwei Jahren wollen wir mit dem von Paraguay aus ins Südpantanal.)


    Ob man sich einen Veranstalter/Guide hier oder (via Internet) in Südamerika sucht - immer dran denken, wann welches Recht gilt. ;-) )


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    So noch ein paar Bilder von Yacyretá - mal sehen wer mit dem Fahrstuhl mitgekommen ist:


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    Fortsetzung folgt

  • Moin,


    ... der río Paraná ist nun mal kein Gebirgs- oder Waldbach :)

    Es war auch eine Gruppe Biologie-Studenten o.ä. da, die die Fische gezählt haben. Wie die da vernünftige Zahlen bei dem Gewussel hinbekommen wollten, ist mir unverständlich.

    Ich hätte gerne die Zeit gehabt, mir das etwas näher, langsamer und länger anzusehen. Lies sich aber nicht machen. :(


    Viele Grüße

    Elko