Rio 240 - Gesellschaft für Crenicichla Regan

  • Hallo zusammen,


    ich plane aktuell die Umstellung des Besatzes für mein Juwel Rio 240.


    Hauptakteur soll ein Pärchen Crenicichla Regan (oder vergleichbar) sein. Hierzu fehlt es dann aber an passender Gesellschaft.


    Soweit ich nun lesen konnte, legen die Crenicichla zumindest zeitweise eine gewisse Aggression an den Tag. Nichts ungewöhnliches, wenn ich so an meine jetzigen Channa denke. Entsprechend suche ich hochrückige Salmler, Barben o.ä. um dem Becken mehr Leben einzuhauchen. Dazu darf es gerne auch eine kleine Gruppe Bodenbewohner geben - harmonieren hier Corydoras mit den Crenicichla?


    Wer von euch hält Crenicichla und kann mir zu seiner Gesellschaft etwas erzählen? Ist ggf. ein Artenbecken notwendig?


    Grundsätzlich möchte ich natürlich dem Kontinent treu bleiben. Naturnah und Artgerecht halt.


    Vielen Dank vorab!

  • Mir schwebt derzeit folgende Besatzidee im Kopf umher:


    Hauptakteure:
    1/1 C. Regani


    Der Beifang für etwas mehr "Leben" in der Bude:
    ~20 Hemmigrammus bleheri


    Der klassische Putztrupp am Boden:
    ~10 Corydoras adolfi oder Corydoras multimaculatus


    Die "Versteckten" als Farbtupfer:
    2 rote Hexenwelse


    Optional ggf. noch 2-3 schöne L-Welse


    Was meint ihr dazu? Passen die Stückzahlen / die Zusammenstellung? Dass mir eventuell ein paar der Salmler abhanden kommen, ist mir bewusst. Sobald diese ausgewachsen sind, sollte aber doch keine Gefahr durch die C. Regani mehr bestehen, oder?


    Sg
    Arne

  • Hallo Arne,
    habe mehrere Jahre ein Paar Crenicichla regani mit 15 Corydoras sterbai auf einer Grundfläche 150x50cm gehalten. Die Corys werden von den Crenicichla kaum beachtet. Dein evtl. geplanter Besatz mit Salmlern Hemigrammus bleheri dürfte nach meinen Erfahrungen eher komplett als Futter enden. Die Salmler sollten schon etwas hochrückiger sein. Mein regani-Männchen hatte eine Länge von 15cm und schlanke Fische bis 5cm Länge hat er gern gefressen. Ich konnte mehrfach beobachten, das junge Endler-Gupppys direkt vor den reganis vorbei schwimmen konnten, während halbwüchsige und ausgewachsene Endler plötzlich verschwanden.
    Die C. regani selbst harmonierten als Paar sehr gut miteinander, ohne jede Aggressivität. Probleme gab es allerdings bis zur Paarfindung, hier waren doch mehrere Eingriffe notwendig. Anfangs hatte ich die reganis mit anderen Cichliden in einem 1400 l Becken. Hier haben sie jedoch für eine gewisse Unruhe gesorgt, so dass ich die Haltung im Artbecken als besser bezeichnen würde.
    Gruß Georg

  • Hallo Arne,
    hatte durchgehend eine Gruppe Endler-Guppys im Becken bei den reganis. Der Erstbesatz mit Guppys war reichlich (ca. 50 Stück), dann hat sich immer eine Gruppe von 10 - 30 Stück gehalten. Auffallend hierbei war, dass kaum ein ausgefärbtes Männchen vorhanden war. Wahrscheinlich isst auch bei reganis das Auge mit.
    Gruß Georg

  • Kleine Feinschmecker halt. Das kenne ich von meinem Hepsetus Odoe auch. Dann werde ich das mit den Guppies wohl einfach mal testen. Die Endler sind doch auch nochmal ein Stück kleiner als die klassischen Guppies. Vielleicht habe ich ja Glück und die Männer bleiben unbehelligt.
    Sg


    Arne

  • Hallo Arne,


    kann mich Georg nur anschließen, die Salmler sind zu klein.
    Ich hatte selbst ein Paar Regani in einem 300L Becken (damals recht eng mit 4 Geophagus Tapajos Red Head, aber es ging alles sehr gut in dem Becken), und jetzt schon das zweite Paar Crenicichla ("Notophtalmus") Orinoco jeweils in 160 Liter Becken.
    Bei Regani kommt es sehr auf die genaue Art/Herkunft an, wie die Endgröße ist. Es gibt einige, die bleiben bei 12-13cm im männlichen Geschlecht. Meine damals wurden gute 16-17cm. Die waren schon nicht mehr so klein.
    Die Reganis waren ausgesprochen friedfertig und konnten sich bis auf einmal 4 Wochen eigentlich auch immer gegenseitig sehr gut leiden. Mit ihnen schwammen auch diverse Welse und Corydoras. Immer komplett problemlos. Die werden eigentlich nicht beachtet.
    Ausgewachsene Endler Guppy Männchen und ähnlich große halbwüchsige Weibchen haben die Reganis verputzt. Erwachsene Guppy-Weibchen blieben bei mir unbehelligt.
    Die Orinoco-Zwerghechtcichliden sind da ein anderes Kaliber. Zu meinem Erstaunen wurden als erstes sofort ausgewachsene Guppy-Weibchen verputzt und zwar von Crenis, die gerade mal 9cm hatten. Ansonsten sind aber friedlich zu anderen Fischen. Welse, Panzerwelse sind gar kein Problem.
    Andere Zwergbuntbarsche wie Schmetterlingsbuntbarsche werden mal weg-gedroht, aber das ist es auch. Bei mir schwimmen derzeit auch ein paar nachgezogene, halbwüchsige Skalare mit und es sind kleine Harlekinwelse dabei, sowie 6 lonchogenys ilisha. Die sind groß genug um auch nicht als Futter in Frage zu kommen und werden daher in Ruhe gelassen.
    Die Orinoco-Tiere werden nur so 10-11cm und bleiben kleiner, scheinen aber für mich fast die stärkeren Fischräuber zu sein.
    Außerdem waren sie bei mir bis jetzt immer innerartlich aggressiver. Bei der Art sind die Weibchen die Dominanten und jagen die Männchen teilweise stark. Ich hatte aber auch beide male größere und stärkere Weibchen, vielleicht akzeptieren sie die Männchen daher auch nicht.
    Ich habe aber auch schon gelesen, dass es Leute gibt, die Weibchen mit mehreren Männchen halten.
    Meine beiden sind momentan getrennt. Dass Männchen wird im 1,5m Becken ordentlich aufgepäppelt und macht sich langsam. Dann werde ich irgendwann, wenn er größer als sie ist, das Weibchen dazu setzen. Er sitzt da übrigens bei ausgewachsenen Orinoco "Altum" (Pterophyllum scalare) und die kommen gut klar und da herrscht ein Kräftegleichstand.


    Also, zu deiner Frage: Ich würde sagen alles was nicht gefressen werden kann, geht und wird nicht sonderlich beachtet. Andere Barsche werden beachtet und sollten nicht stärker sein, oder aggressiv. Ich hatte kurzzeitig mal Inka-Steinbuntbarsche mit den Orinocos, das ging gar nicht gut, aber die Inkas haben auch doppelt so große Geophagus gescheucht.


    Beste Grüße,
    Stephan

  • Hallo Stephan,
    schöne Beschreibung zu deinen Crenis. Ich pflege auch seit ca. 1 Jahr 4 Crenicichla orinoco. 1 Männchen und 3 Weibchen in meinem 850 Literbecken zusammen mit Geophagus, Sturisoma und Farowella. Die Welse werden ignorriert und die Geos auch, ganz selten werden sie mal gebissen, wenn sie zu aufdringlich werden. Untereinander sind sie recht aggressiv, haben sich das Becken aber gut eingeteilt, so dass es sich immer mehr entspannt. Die Weibchen hatten schon öfters nen Laichansatz und entsprechend weinroten Bauch. Aber zur Paarung ist es noch nie gekommen. Das Männchen zeigt kein Interesse und ist der Chef der Runde. Ganz anders als bei dir. Er ist aber auch um einiges größer und kräftiger als die Weibchen.
    Aber ich geb die Hoffnung nicht auf, dass sich noch ein Paar bildet.
    Fischfresser sind meine auch wie von dir beschrieben und sie reagieren auf jeden WW empfindlich, so dass ich nur noch maximal 1/3 wöchentlich wechsele.
    VG
    Thomas