Aquarium ohne Pflanzen

  • Hi Leute,


    ich möchte mein 200l-AQ gerne in ein "Totholzbiotop" umgestalten. Also ohne echte Wasserpflanzen, lediglich ein paar Schwimmpflanzen und evtl. noch etwas Moos auf den Wurzeln. Laub würde ich gerne auch noch einbringen und ein paar Steine und Nüsse.
    Als Besatz schwebt mir ein Pärchen mittelgroßer Buntbarsche - am liebsten Cleithracar maronii - und noch ein Trupp kleinerer Salmler vor. Was müsste ich da, außer wöchentlichem großzügigem WW, noch tun, damit die Nitratkonzentration usw. nicht durch die Decke geht? Also bspw. auch noch bestimte Filtermedien einsetzen (Außenfilter für 600l ausgelegt)?


    Danke schon mal für eure Ratschläge und viele Grüße


    Inge

  • Hallo Inge,


    ich betreibe seit mittlerweile 5 Jahren ein Totholzbecken. Das Becken hat etwa 120l und wird über einen Fluval 204 gefiltert.
    Ich bin inzwischen davon abgekommen permanent größere Mengen Laub im Becken zu haben. Inzwischen sind es in der Regel 1-2 Walnussblätter mit 3-5 Teilblättern die von oben ins Becken hängen. Klar, viel Laub sieht sehr schön aus. Aber es modert eben auch. Es zerfällt zwar nicht soo schnell, ich verwende neben Walnuss noch Hainbuche, aber dennoch zerfällt es. Entweder man entfernt das Laub, bevor es zerfallen ist, dann sieht es nicht so schön aus, oder man lässt dem Ganzen seinen Lauf. Dann ist man ziemlich mit Absaugen beschäftigt (was aber auch nur richtig funktioniert, wenn nicht zu viel Laub auf dem Boden liegt, denn sonst ist der Schlauch permanent dicht). Weiterhin brauchts, wenn der Filter nicht an der Oberfläche absaugt, meiner Erfahrung nach einen Vorfilter, sonst ist der Außenfilter alle paar Wochen dicht. Wenn ich mal wieder größere Mengen Laub im Becken habe ist der Vorfilter nach weniger als einer Woche dicht.
    Große Wasserwechsel und Pflanzen sind die Methoden der Wahl bzgl. Nitrat. Ich habe mittlerweile wenige Vallisneria im Becken, da inzwischen Froschbiss und Wassernabel eingegangen sind. Bei einer hoffentlich baldigen Vergrößerung des Beckens (nix besonderes, nur ein 160l Meterbecken) könnte ich mir vorstellen mit emersen Pflanzen zu arbeiten, die ihre Wurzeln ins Becken hängen. Die Optik hat auch was.
    Ich belüfte das Becken zur Sicherheit auch. Man kann nicht 24h am Tag reinsehen und bei dem Laub gehe ich lieber auf Nummer sicher.


    Du könntest natürlich mit Ionenaustauschern arbeiten, die dir das Nitrat rausziehen, aber ob es dir der Aufwand wert ist? Mir wäre er das nicht. Filter auf, Filter zu, etc. Und Innenfilter mit ensprechendem Volumen sehen weder schön aus noch lassen sie sich meiner Meinung nach (gerade in einem Wurzelbecken) gut verstecken.


    viele Grüße
    Felix

  • ich versuche es mit eingehängten Efeututen. Natürlich funktionieren auch andere Pflanzen bei entsprechendem Platz, wie Monstera ect. Ansonsten hat ja Felix schon einiges Wichtige dargelegt.


    Beste Grüße von Mathias

  • In meinem 240Liter-Becken gibt es außer einigen kleinen Anubias auch keine Pflanzen. Dominiert wird es durch Moorkien, Mangrove und Buche. Gefiltert wird es duch 2 Schwamm-Eckfilter für 350L, die auch reichlich Sauerstoff einbringen und für recht unruhiges Wasser sorgen.
    Der Bodengrund besteht aus Sand und feinem Kies. Ab und an gibt es Seemandelbaumlaub oder auch Rinde (da gibt es mittlerweile ein großes Angebot an dekorativen Teilen).
    Meine 5er Maroniigruppe fühlt sich darin offensichtlich sauwohl. Ein Pärchen laicht regelmäßig auf einer flach liegenden Schieferplatte.
    Da heute kaum noch Wildfang im Handel ist, sind die Tiere nicht sonderlich wählerisch mit der Wasserqualität.
    Optimal wären natürlich Orinoko-Werte, aber die sind nach meiner Erfahrung nicht unbedingt erforderlich, ein hochwertiges Leitungswasser reicht voll und ganz.
    Viel Freude mit diesen tollen Tieren. :thumbup:

    Wir können die Natur nicht beherrschen, wenn wir uns ihr nicht unterordnen.


    Francis Bacon (1561 - 1626)


    englischer Philosoph

  • Hi,


    erst mal vielen Dank für eure Erfahrungsberichte und Tipps. Dann bleiben eigentlich nur sehr großzügiger WW und evtl. doch noch Moose und nicht nur Schwimmpflanzen. Alles andere wäre mir zu aufwendig, ständig den Filter aufmachen usw. möchte ich nicht. Die Laubschicht lasse ich dann doch besser weg und gebe lieber immer mal ein paar Seemandelbaumblätter und hin und wieder mal ein bissel Buchenlaub rein. Das mit den emersen Pflanzen, deren Wurzeln man ins Becken hängt, hört sich spannend an. Ich muss mal überlegen, ob und wie ich das bei mir hinkriegen könnte.


    In die Maronis habe ich mich richtig verliebt. Ich hatte vor Jahren mal ein sehr harmonisches Pärchen. Sobald es soweit ist, werde ich hier im Forum mal eine Suchanfrage starten, vielleicht hat ja jemand mal Nachwuchs (Barbatus ;) ). Im Handel sieht man die leider fast gar nicht mehr, zumindest hier bei uns im Frankfurter Raum.


    VG, Inge

  • Moin


    Also ich muss über die Scheu ehrlich gesagt etwas schmunzeln. Deine Besatzplanung klingt ja nun auch nicht gerade nach einer Überlastung des Beckens. Zugegeben, mit Buntbarschen in pflanzenlosen Becken habe ich keine direkte Erfahrung, aber ich halte inzwischen seit mehreren Jahren eine Gruppe L 201 in einem nur mit Steinen und Holz bestücktem Becken. Den wöchentlichen Wasserwechsel halte ich für sinnvoll, aber die Tiere haben auch nach drei Wochen Urlaub keine erkennbaren Unwohlseinszeichen gezeigt. Es gab auch schon mehrfach Nachwuchs. Mittlerweile habe ich allerdings auch die Luftwurzel einer Monstera hineinwachsen lassen - das sieht ganz nett aus, einen Gewinn für die Tiere kann ich allerdings nicht erkennen (auch wenn ich das konzeptionell für einen guten Ansatz halte).


    Darüber hinaus halte ich eine Gruppe Panzerwelse in einem (bis auf eine irgendwann als Experiment eingesetzte Cryptocoryne) ebenfalls unbepflanzten Becken, funktioniert auch wunderbar.


    Gruß
    Philipp

  • Hi Inge !


    Ich betreibe zwar keine "reinen" Totholzbecken sondern fast alle Aquariem "nur" mit Holz, Sand, Steinen, also komplett ohne Pflanzen.
    Dazu kommen dann unregelmässig immer mal wieder Eichen- oder Buchenblätte und Catappa-Blätter.
    Guter Außenfilter, regelmässig WW und gut ;) und meinen Augen.


    Gruß


    Thomas

  • Hi Inge!


    Also ich betreibe schon jahrelang meine Becken nur mit Wurzeln, Steinen, Sand und Seemandelbaumblättern!
    Zeitweise gibt es auch Buchenblätter !


    Das einzige was ich jede Woche mache ist ein ca 30% iger Wasserwechsel!


    Ich würde nur die Beleuchtung nicht zu hell machen damit die Algen wenig bis keine Chance haben!


    Ich finde dass ein Wurzelbecken weniger Arbeit ist als ein Pflanzebecken!


    Über das Aussehen brauchen wir nicht schreiben, denn die Geschmäcker gehen da natürlich auseinander!


    Bin gespannt wie das neue Becken wird!


    Würde dir auf jeden Fall einen Eheim Skim 350 empfehlen um die Wasseroberfläche rein zu halten! ^^

  • Hi @ll,


    ja, danke euch allen, das klingt wirklich ermutigend. Ich bin auch mal gespannt, wie mir das gelingen wird; hoffe, ich habe ein gutes Händchen. Denn reine Wurzelaquarien können entweder einfach umwerfend oder eben auch potthässlich aussehen :pinch: . Dazwischen gibt es, zumindest für mich, kaum etwas. Wurzeln habe ich aber wahrlich genug zur Auswahl, über die Jahre hat sich da ein richtiger Fundus angesammelt. Steine habe ich auch schon organisiert, jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Dimmer für die T5-Röhren, obwohl das AQ auch jetzt schon nicht zu stark beleuchtet ist.


    VG, Inge

  • HI,


    am Wochenende habe ich mal mit der Einrichtung begonnen. Ist aber erst mal nur eine "Arbeitshypothese", da geht noch mehr, aber schon in die richtige Richtung. Wasser ist auch schon drin, der Filter läuft. Leider hat sich schon jetzt eine fiese Haut mit Blasen an der Oberfläche gebildet. Wahrscheinlich ist das normal und gibt sich mit der Zeit, wenn die Schwimmpflanzen drin sind und alles eingefahren ist? Aber ich hoffe, es liegt nicht an den Wurzeln, die ich fast seit vier Jahren verwende (haben die ein "Verfallsdatum"?). Vielleicht sollte ich wirklich über einen Oberflächenabsauger nachdenken? Ich habe die Ansaug- und Ausstömrohre mit einem Installationsset (Eheim) montiert. Kann man da so einen Skimmer ohne großen Aufwand montieren? Ich finde dieses Set nämlich richtig praktisch und möchte ungern darauf verzichten... Für Ratschlöge wäre ich euch sehr dankbar.


    VG, Inge

  • Hi Robert,


    sieht spitze aus, ganz klasse :thumbsup: Zeig doch auch mal ein aktuelles Fotos mit den Vallisnerien. Wenn ich das richtig erkenne, hast du aber zwei Außenfilter angeschlossen? Das ginge bei mir leider aus Platzgründen nicht.


    VG, Inge

  • Hallo,


    ich halte Nitrat auch nicht für problematisch, bei dem Besatz. Ich habe teilweise in meinen Becken auch Efeutute, die im Becken wurzelt und heraus wächst. Wichtig ist, dass du falls du Triebe abschneidest, sie aber erst wo anders 2 Wochen auswässern lässt und dort Wurzeln bilden.
    Aus der Schnittstelle kann Pflanzensaft kommen, der giftig ist. Also nicht abschneiden und gleich ins Aquarium.
    Von Ionentauschern oder auf der Basis arbeitende Filtermaterialien kann ich nur abraten. Erstens ziehen die dir auch alle Huminsäuren aus dem Wasser und außerdem hatte ich, als ich damit mal probiert hatte, das Problem, dass verstärkt unliebsame Algen oder auch braune Schmierbeläge (wohl Bakterien) aufgetreten sind, die vorher nie da waren. Also, das würde ich lassen.
    Was ich dagegen sehr empfehlen kann sind die Bio-Nitrat-Ex-Beutelchen von J** (wichtig ist das BIO, gibt es auch ohne Bio, dann ist das aber ein Ionentauscher). Das sind kleine, recht dichte Beutel, die im Filter plaziert werden. Darin ist ein Trägerstoff und ein Nährstoff. Durch das relativ dichte Päckchen wird der Beutel nur langsam durchströmt und es bildet sich ein sauerstoffarmes Milieu. Darin bilden sich dann Bakterien, die Nitrat "veratmen" und es bleibt nur Stickstoff über, der ausgast. In einem Außenfilter angewendet, rate ich, die Beutel in den Körben an den Rand "hochkannt zu stellen". Damit wird der Filterdurchfluß wenig beeinträchtigt (wie gesagt, die sind sehr dicht) und sie arbeiten meiner Erfahrung nach effektiver. Nach Anleitung verwendet gibt es keine Nachteile. Es löst sich auch sonst nichts ins Wasser. In seltenen fällen können sich wohl geringe Mengen von CO2 aus dem Nährstoff lösen. Das geschieht aber wohl eher bei Meerwasserbecken und ist da auch nateiliger, im Süßwasser ist das bisschen CO2 gar nicht relevant. Hab solche Beutel in Becken ohne jegliche Nachteile und auch bei empfindlichen Fischen. Wie gesagt, es ist hat ein Biologischer Abbau und kein chemischer, daher ohne unerwünschte Stoffe oder Änderung von anderen Wasserparametern.
    Am deutlichsten war die Wirkung bei einem kleinen 60er Becken mit nur einem Beutel im Filter. Hat man in das Leitungswasser hinein gewechselt (was ich sonst nicht mache) mit 15 mg/L Nitrat, war das Nitrat trotz Fischbesatz bei eingelaufenem Filter nach einer Woche kaum mehr nachweisbar. Also, es funktioniert.


    Ansonsten bin ich schon ein Pflanzenfan. Aus meinem 150er Becken schmeiße ich alle 2-3 Wochen einen kompletten Eimer Pflanzen raus. Das sind schon ein paar umgewandelte Nährstoffe ...


    Gruß,
    Stephan

  • Hi Stefan,


    danke für die Ratschläge. Ich habe bislang immer diese ClearMec-Beutel von J** zur Reduktion von Nitrat, Nitrit und Phosphor eingesetzt (ich glaube, man darf hier Produktnamen und Hersteller nennen...). Das ist ein relativ kleinkörniges, braunes Substrat, wahrscheinlich auf Tonbasis. Ist das vergleichbar mit "deinem" Bio Nitrat-Ex?


    VG, Inge