Beiträge von Papa Moe

    Ein neuer Tag in Moes Welt. Der Hauptdarsteller klebt noch immer in seiner Lieblingsecke und auch meine Versuche alles Essbare in und um die Welshöhle zu platzieren, werden von meinem Orange-Spot zwar mit nächtlichem Freßschub beantwortet, münden aber doch nicht in einen Umzug. Ich komme mir vor wie ein Makler für Spukhäuser. Zumindest bin ich ähnlich erfolgreich.


    Heute Nacht habe ich einmal Zucchini ausprobiert (bzw. Moe, ich kannte den Geschmack bereits). Da Moe als Panaqolus ein Holzfresser ist, ist seine Grundversorgung durch die Wurzel zwar ohnehin abgedeckt, aber das Grünzeug scheint ihm doch gut zu schmecken. Fazit des Morgens: Kann man essen, wenn keine Gurke da ist. Das gute Stück wurde deutlich beknabbert aber nicht annähernd so restlos vernichtet wie besagte Gurke. Dafür nuckelt jetzt der verfressene Splendens ("Tristan") meiner Frau immer mal wieder an der Zucchini, wohl in der Hoffnung, dass sie weiter drinnen nach Betta-Futter schmeckt.


    Den ersten Teilwasserwechsel haben alle Bewohner scheinbar wohlbehalten überstanden. Wir haben den Filter etwas sprudliger eingestellt, was die Amanogarnelen wieder stärker in Aktion gebracht hat. Strömung scheinen sie sehr zu mögen. Tristan dödelt hin und wieder mitten hinein und wird weggewirbelt, was er zwar artbedingt doof finden sollte, ihn aber nicht in seinem Streben überall seine "Nase" hinein zu stecken anficht. Er hat zunehmend Ähnlichkeit mit unserer etwas dummen, aber sehr lieben, Katze "Rahja".


    Die Aquaristik- und Terraristikausstellung in Göttingen haben wir auch besucht und das sah alles sehr vielversprechend aus. Ich muss noch einmal alleine, ohne meine 4jährige Tochter, hinein, denn vor lauter Rückenschmerzen vom andauernden Hochheben und Absetzen konnte ich mich nicht recht auf die Schaustücke konzentrieren. Ich glaube es gab Fisch zu sehen. Da war jedenfalls viel Wasser ...


    Neuerdings ist auch das L-Welse-Buch von Ingo Seidel der "Back to nature"-Reihe in meinem Besitz. Es liest sich schon einmal sehr spannend an. Ich wünschte nur, der Verlag hätte auf die aufgehellte Flußfototextur im Hintergrund jeder Seite verzichtet. Ich schiele immer noch ein wenig vom Versuch die rechten Textspalten zu entziffern.


    FRAGE: Ich will nochmal ganz sicher gehen, dass "Moe" auch wirklich ein Männchen ist. Könnte ein Welsperte mal einen Blick auf die obigen Bilder im Thread werfen und mir vielleicht einen Tipp geben, oder mich in meinem Glauben bestätigen?!

    Habe jetzt den thread auch verfolgt und würde ebenfalls dafür plädieren da mal deutlicher zu werden. Das geht halt einfach nicht ...


    Gruß, Dirk

    Die Welt der Loricariidae ist, wie ich immer öfter feststellen muss, alleine was die Artzuweisung anbelangt ein Buch mit sieben Siegeln. Ähnlich kryptisch wie die Entzifferung frühaztekischer Knotenschrift und offenkundig dermaßen zuweisungszerfranst (L vs. LDA vs. lateinische Namen vs. Kosenamen), dass einem Frischling wie mir trotz tauglichem Grundintellekt die Birne glüht.


    So erfuhr ich etwa von L-Ko, dass mein "Orange Spot Pleco" Moe ein Panaqolus albomaculatus nicht zwangsläufig ein LDA 31 (Panaqolus cf. albomaculatus) ist, und dass der Handel (nachvollziehbar aus kaufmännischer Sicht) gerne mal überall einen L-Stempel drauf hämmert, damit sich der Wels besser verkauft.


    Mir persönlich ist ja egal, ob Moe eine Nummer hat oder nicht, allerdings bin ich möglicherweise inzwischen verrückt genug darüber nachzudenken, ob denn ein Weibchen für meinen "LDA 31" eine feine Sache wäre, und da ist ja bisweilen hilfreich zu wissen, ob die Dame denn nun auch der richtige Umgang für ihn ist.


    FRAGE: Macht es denn Sinn einfach nach einem weiblichen Panaqolus albomaculatus zu recherchieren, oder mische ich dann vielleicht unwissend ähnliche aber nicht kompatible Arten?


    Moe wird derzeit von mir mit gezieltem Drops-Abwurf in die Welshöhle gelockt und zumindest treibt ihn die Neugier auch tagsüber weg von seiner Scheibenecke in das Versteck (wahrscheinlich in der Hoffung auf mehr Futter). Ich bin also optimistisch, dass er seinen Aktionsradius erhöht.


    Anbei mal ein Gesamtbild des Aquariums. Ich bitte zu bedenken, dass es allen Fischen ähnlich gut genügen soll, und der Panaqolus albomaculatus nur einer der Bewohner ist. Zudem soll es natürlich allen gefallen (und ja ... die kitschige Ruine war meine Idee, gefällt aber auch unserer Tochter sehr). Derzeit ist die Tonhöhlenwurst immer noch unkaschiert. Außerdem haben wir ein kleines Schneckenproblem. Die Highspeedschnecken, die wir mit den Pflanzen eingeschleust haben, nehmen gerade ein wenig Überhand. Im Vordergrund unten ist der Splendens meiner Frau zu sehen ("Tristan") und weiter oben einige der 8 Roten Neons ("Elizabeth 1-8") unserer Tochter. Moe ist natürlich nicht im Bild, sondern leckt eine verborgene Ecke sauber.


    Heute hat mir Orange-Spot Moe endlich mal wieder die Chance gegeben, ein paar Fotos von ihm zu machen. Aufgescheucht durch meine mäßig geschickten Versuche Gurkenreste aus dem Becken zu angeln, entschloss er sich für ein paar Minuten die, dem Zimmer zugewandete, Seitenscheibe des Aquariums auzusuchen.


    Von den dutzend Bildern mit Blitz und Makro sind tatsächlich ein paar nach der Bearbeitung mit Photoshop leidlich attraktiv geworden. Sie sind natürlich noch immer qualitativ Lichtjahre von Schmankerln á la Holli (z.B.) entfernt, aber meine Erfahrung mit der Fotografie beschränkt sich bisher auf wilde Urlaubsknipserei und einen berufsbedingt guten Blick für Motive und Ausschnitte. Aquariumsfotografie scheint aber alleine schon wegen der Reflektion der Scheibe, der Partikel im Wasser und der Aufgeregtheit der Objekte eine Philosophie für sich zu sein.


    Gerade habe ich die Linksammlung in der Aquarienfotografie-Abteilung entdeckt. Werde mich für zukünftige Bilder einmal einlesen.


    Hier nun zwei ausgewählte Bilder, die Moe in der selben Position aus leicht verändertem Winkel (interessante Reduktion des Blitzeffekts) zeigen. Das erste Bild kommt der Normalansicht meines LDA 31 sehr nah und soll vor allem zeigen wie wunderschön seine Punkte leuchten. Das zweite Bild ist stark ausgeblitzt, dafür aber ziemlich scharf und für Detailstudien geeignet.


     

    Da muss ich jetzt mal den Komplettlaien auspacken und mal ganz doof fragen:
    Wie wird man denn ein paar Dutzend Jungwelse artgerecht "los"? Geht das über den Zoohandel, oder muss man darauf hoffen, dass sich ein bzw. viele Privatabnehmer findet/n?


    Gruß, Dirk

    Uiuiuiuiui...das ist ja mal eine wunderbar..einschüchternd..schöne Nachricht. Herzlichen Glückwunsch, Birte, zum Kindersegen! Da kann ich ja quasi die Zusatzbeckenempfehlung für die Welse postwendend zurückgeben. :P


    Liebe Grüße, Dirk

    Gestern abend habe ich die Welsröhre eingesetzt und erst einmal festgestellt, dass "schön" was anderes ist. Ich hoffe, dass Orange-Spot Moe ein Freund des Plattenbaus ist, denn den "Schmuckstes-Aquarium-Südniedersachsen"-Contest haben wir durch den Kompromiss in jedem Fall verloren. Jetzt muss ich dem Guten erst einmal Zeit geben sich an die neuen Optionen zu gewöhnen. Die Morgenstunden hat er jedenfalls wieder an der Scheibe klebend verbracht. Nachts hat er fröhlich an der Wurzel geraspelt.


    Beim morgendlichen Durchblättern von Fachliteratur musste ich leider wieder zwischen den Zeilen lesen (manchmal auch direkt darüber), dass ein Spagat zwischen "Familien-Aquarium" und "Welsaquarium" mehr als haarig ist. Ich sage nur: Beleuchtung, Bewuchs und vieles mehr. Nun gut, wir werden auf alle Fälle versuchen den besten Kompromiss für alle Bewohner und Besitzer zu arrangieren.


    FRAGE: Gibt es eine gute Möglichkeit eine Tonwelshöhle zu kaschieren, ohne einen Urwald zu erschaffen? Ich dachte da über ein wenig Wurzelwerk nach. Holz findet Moe ja immer gut. Allerdings ist eine Wurzel auch kahl und das Ganze sieht dann halt aus wie ein Stück Trockenholz auf einer braun-marmorierten Tonwurst. Das mag in einem stilechten Welsaquarium den Charme der Postmoderne ausstrahlen, aber in unserem "Grünbecken" wirkt es eher krotesk. In einem Aquarium im Handel habe ich Röhren gesehen, die mit dünnfasrigem Grünzeug bewachsen waren. Was könnte das wohl gewesen sein?

    Mit diesem Thread möchte ich meinen ersten (und bisher einzigen) Harnischwels "Moe" vorstellen und möglicherweise ein kleines Tagebuch aus der Warte eines absoluten Neulings verfassen, um mich dann am regelmäßigen Experten-Kopfschütteln zu erfreuen:


    Der Einkauf


    Bereits eine Woche vor dem Kauf meines ersten Welses, hatte ich in einem Mischcenter halb Grünzeug & Bedarf / halb Aqua- und Terraristik zum ersten Mal Welse erblickt und mich mit einem Schlag in diese Fische "verliebt". Zwei hatten es mir besonders angetan. Ein vermeintlicher L 226 (wahrscheinlich korrekt) und ein L 007 (total falsch).


    Eine ganze Woche brütete ich über der Erkenntniss, dass diese Tiere mir tatsächlich das Aquarium schmackhaft gemacht hatten, welches bis dato vor allem den Kampffisch meiner Frau und den Neonschwarm unserer Tochter beherbergen sollte.


    Schließlich kamen wir Anfang August, zum Welskauf motiviert, zurück, um eigentlich den L 226 zu erstehen, der aber plötzlich Mitglied eines Quarantäne-Beckens war und daher nicht verkauft wurde. Ich erinnerte mich daraufhin auch an den vermeintlichen L 007, der bei meinem letzten Besuch zwei Golden Nuggets (L-Nummer vergessen ... aber sie waren korrekt zugeordnet) mit permanentem Drängeln belästigte.


    Natürlich war es schon 19.05 Uhr und der Laden hatte bereits seit 5 Minuten geschlossen, was uns der Händler mit unübersehbarer Fahrigkeit vermittelte. Ich wollte noch einmal den "Galaxias" sehen, der aber erst einmal gar nicht im Becken war. Erst beim genauen Hinsehen erblickte ich das Kerlchen im Inneren eines, vom Händler angehobenen und beiseite gestellten, Plastikwurzelwerks. Dort hatte er sich verkeilt, um Abwesendheit vorzutäuschen, was ihm jedoch nur leidlich gelang, da seine kleinen, fast leuchtdiodenartigen, orangenen Punkte (daher "Orange Spot Pleco") unübersehbar waren. Ich war hin und weg und bezahlte den abnormen Preis von 49,90 Euro, der mich aber, eingedenk meiner spontanen Zuneigung, nicht im Geringsten schmerzt.


    Das "Einwässern"


    Zuhause angelangt, durfte "Moe" (so sein völlig unwissenschaftlicher Name) gemeinsam mit 5 Amanogarnelen das bis dato beflanzte, aber unbefischte, 100-Liter-Aquarium unsicher machen. Er durchschwamm die Botanik einige Runden, erforschte das Wurzelwerk nach einer Höhle, befand selbige dauerhaft als ungeeignet und entschied sich rasch dafür in der Nähe des Heizstabs und des Filters an der Scheibenecke zu kleben, um die Dunkelheit abzuwarten.


    Die Recherche


    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vor dem Kauf von L-Welse kaum Ahnung hatte und nun erst richtig anfing meinen Wels zu hinterfragen. Dies tat ich mit der Hilfe einiger Experten auf l-welse.com und gemeinsam kam man schnell zur Feststellung , dass L 007 glücklicherweise ein LDA 31 (Panaqolus albomaculatus) ist. Glücklicherweise vor allem deswegen, weil der L 007 ein Mordsbrocken von 25-30 cm wird, was den Rahmen eines Familienaquariums definitiv sprengen würde. Erst einmal war ich baff, dass der Handel (sicherlich nur dieser spezielle) offenkundig wenig Schimmer von den richtigen Artzuweisungen hat und konnte beim erneuten Überprüfen einiger Welse im selben Geschäft anhand der DATZ-L-Wels-Ausgabe, die ulkigerweise vor Ort verkauft wird, feststellen, dass etwa 50% der Kandidaten falsche Nummern haben. Da muss man sich schon wundern.


    Das Einleben


    Moe bekam nach erster erfolgloser Quartiersuche eine Kokosnuss mit Eingang und ein Brückenimitat (beides klassiche "keinen-Schimmer-von-nix"-Einkäufe meinerseits) und lehnte dankend ab. Dafür nahm er aber nachts Wels-Drops und die einmal wöchentlich angebotenen Gurkenscheibe mit großer Begeisterung zu sich.


    Im Großen und Ganzen verbringt er bis heute seine Zeit tagsüber im Strömungsbereich des Filters (was vermutlich der wahre Grund seines dortigen Aufenthalts ist und weniger der Heizstab), um mit abrupt eintretender Verdunklung des Beckens ebenso schlagartig aktiv zu werden und sich als Unkrautjäter zu verdingen. Leider hat er noch nicht raus, dass Wasserpflanzen nicht grundsätzlich Unkraut sind, was darin resultiert, dass meine Frau morgens, ob der der entwurzelten Flora, flucht und ich Blattreste einkeschern bzw. Pflanzen eingraben muss. Moe sei Dank!


    Mit den anderen Fischen und den Wirbellosen (1 männlicher Kampffisch, 8 Rote Neons und 5 Amanogarnelen) versteht er sich gut. Will sagen: Sie sind im herzlich wurscht. Die Garnelen haben inzwischen auch ihre Leidenschaft für die strömungsreichere Ecke entdeckt und hängen zumeist um den Filter herum, ohne dass sie mit dem LDA 31 aneinander geraten würden.


    Letzter Stand


    Moe ist inzwischen "berühmt" und sein Foto (selbiges im Anhang) wurde in die l-welse.com und welsfans.de -Datenbanken aufgenommen. Danke dafür!


    Heute war ich im Zoohandel, um "Moe" eine Welsröhre zu kaufen. Heute abend werden dann die Kokosnuss und die hässliche Plastikbrücke wieder raus fliegen und stattdessen eine artgerechtere Unterkunft in der Nähe des Blubberwassers installiert.


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