Beiträge von Bender Rodriguez

    das Frische Haff


    Nördlich von Elblag (Elbing) befindet sich das Frische Haff. Es ist ca. 80 km lang und bis zu 18 km breit und hat eine Fläche von über 800 qkm. Es wird duch die etwa 70 km lange und ca 2 km breite Frische Nehrung von der Ostsee getrennt. Das Frische Haff hat dabei eine mittlere Tiefe von 2,7 m und eine maximale Tiefe von 5,2 m. Soviel zu den "technischen Daten".

    Die Fahrt zum Haff war schon sehr faszinierend. Es ging leicht bergab, dahinter lag das Haff und im Anschluss erhob sich die Frische Nehrung. Allerdings stellte ich fest, dass die Bilder nicht annähernd so toll aussehen wie das Original.


    unten angekommen ist man erstmal kurz überwältigt

      


    und natürlich, wenn man schon mal da ist, musste ich da rein. Schade...keine Badehose eingepackt. Also in Schlüppis rein. Aber was soll ich sagen... es ist herrlich.

      

    Badewannenwarm und unheimlich flach. Nach 100 Metern nur kurz überm Knöchel, nach etwa 500 Metern nur hüfttief. Und dabei Wellen wie im Meer, jedoch nicht salzig.


      


    Da ich ja immer etwas Geschichte einfließen lasse....

    Im letzten Kriegswinter, im Januar 1945 versuchten zehntausende Flüchtlinge aus Ostpreußen vor der herannahenden Roten Armee zu fliehen. Da der Landweg zum Teil schon abgeschnitten war, nahmen sie auch den Weg über das zugefrohrene Haff, um bei etwa 30 Grad unter Null, über das Eis in Richtung Westen zu gelangen.

    Da mittels Eisbrecher im Vorfeld eine Fahrrinne von Elbing in Richtung Königsberg gebrochen wurde, war das Haff keine durchgängige feste Eisfläche. Auf dieser Fluchtroute kamen dabei mehrere tausend Menschen ums Leben, da sie entweder erfrohren oder durch Luftangriffe umkamen.

    Hi Harald.


    Dein gefundener link... die habens auch bei mir gemacht. Sehr gute Leute. Ist aber auch schon 10 Jahre her. Hält aber noch.;)

    Laut deren Erzählungen ist Entfernung kein Problem. Vor mir waren die im Allwetterzoo Münster.

    und natürlich noch die Ausstellung über die damals hier lebenden Goten, welche in diesem Gebiet zu Zeiten des Römischen Reiches lebten



     


     


    Rekonstrkution des Grabes einer Gotenprinzessin


    diese Münze ist wohl die einzig bekannte/erhaltene ihrer Art

    die Neuzeit

     


    weiter gehts mit dem Mittelalter

      


    Die Brille mit den grünen Gläsern stammt aus der 1. Hälfte des 15.Jahrhunderts und ist die einzige bekannte in Europa.


    Die Ausstellung über Truso.

    Dazu ein kurzer Abriss. Truso war eine Siedlung in der Nähe des heutigen Elblag. Sie wird auch als "Atlantis des Nordens" bezeichnet. Truso existierte zur Zeit der Wikinger und war zu der damaligen Zeit ein wichtiger Handelsstützpunkt. Erwähnt wird sie um 890 von Wulfstan, welcher auf Geheiß seines Königs, Alfred dem Großen, eine Schiffsreise von Haitabu nach Truso unternahm. Truso lag im Weichseldelta, am heutigen Drausensee (pol. Druzno) welcher damals noch mit dem Frischen Haff verbunden war.

    Die Siedlung lag außerdem am Anfang der "Bernsteinstraße" welche von der Ostsee bis zum Mittelmeer führte.




     

    Weiter geht es nach Elblag (Elbing) und ins dortige archäologische Museum.

    Die Einrichtung wurde 1954 gegründet. 1973 zog es aus seinem ehemaligen Domizil und erneut 1987 zu seinem jetzigen Standort im Gebäude des ehemaligen Malzverarbeitungsbetrieb der so genannten Unterburg.

    In der Sammlung des Museums befinden sich Exponate aus der Vorkriegszeit des damaligen Stadtmuseum welches 1864 gegründet wurde, sowie Stücke aus der Nachkriegszeit und Denkmäler aus der eigenen archäologischen Forschung.

      


    Austellung Kriegsende

      




    und deutsche Vorkriegszeit

      

    Weiter gehts...


    Die Burg in Nidzica (Neidenburg) hatte ich ja ganz vergessen. Sie hat den gleichen Namen wie der Ort, nämlich "die Neidenburg".

    Ein Vorgängerbauwerk wurde gemäß unbestätigter Quellen zwischen 1266 und 1268 errichtet und wäre damit eine der ersten Burgen im damals von Urwald bedeckten unbewohnten Sassenland. Dieses wurde zu Beginn des 14. Jahrhundert vom Deutschen Orden besiedelt.

    Die eigentliche Burg wurde dann zwischen 1370 und 1409 als Backsteinbauwerk errichtet. Sie befindet sich auf einem Hügel welcher ehemals von drei Seiten vom Fluss Neide (pol. Nida) umflossen wurde.
    Zwischen 1806 und 1812 waren französische Soldaten auf der Burg stationiert, die bei ihrem Abzug die gesamte Anlage verwüsteten.

    Von 1829 bis 1830 wurde sie durch die Bemühungen des Kreisjustizrates Timotheus Gregorovius weitgehend restauriert. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal am Burgberg errichtent, in dem auch 1912 seine Urne beigesetzt wurde.

    Nach der teilweisen Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges wurde die Neidenburg nochmals aufgebaut. Heute beherbergt sie ein Museum, ein Hotel und ein Kulturzentrum.


      


     


     


    Kleiner Blick ins Museum:

      



    Denkmal für Timotheus Gregorovius

    Die Fahrtroute führt durch den Druzno (Drausensee).

    Dieser ist etwa 9,7 km lang, circa 2 km breit und hat eine durchschnittliche Wassertiefe von 3 Metern.

     


    Außerdem ist er ein Paradies für Wasservögel


     

    Haubentaucher (Podiceps cristatus) und Kormoran (Phalacrocorax carbo)

     

    Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) und Höckerschwan (Cygnus olor)


     

    Silberreiher (Ardea alba) und Graureiher (Ardea cinerea)


     

    Weißbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybrida) und Rohrweihe (Circus aeruginosus)


    Mit etwas Glück soll man hier auch Seeadler beobachten können. Soviel Glück hatten wir aber leider den Tag nicht.



    Hallöchen Leute,


    es geht weiter.

    Hab mal ne Weile überlegt, was denn nun kommt. Also Oberlandkanal Teil 2

    2019 eroberten wir den nördlichen Teil. Ursprünglich wollten wir von Elblag aus starten, mussten jedoch umdisponieren, da das Boot bereits voll war. Also schnell ins Auto und nach Buczyniec (Buchwalde). Die Fahrkarten hatten wir vorsorglich schon in Elblag gekauft.



    Das schöne von der Fahrt von dieser Seite aus war, dass das Gedränge nicht ganz so groß war. ;)


     


    Das besondere an diesem Teil des Kanal sind die fünf geneigten Ebenen (Rollberge) die insgesamt einen Höhenunterschied von fast 100 Metern auf eine Entfernung von 9,5 Kilometern überwinden.

     


      


    Angetrieben wird das ganze über eine Seilzugtechnik (Standseilbahn), bei welcher die Technik noch aus der Erbauerzeit stammt.


    Sehr schön ist auch hierbei natürlich die Landschaft und der ab und an auftauchende Gegenverkehr, wobei es schon toll aussieht, wenn das Gegenboot durch die Felder verschwindet.

     


    Goldammer (Emberiza citrinella)

    paraguay-06407.jpg

    Irgendeine fleischfressende Pflanze


    paraguay-06408.jpg

    Hi Elko,


    Das müsste eine Aristolachia sein. Im Deutschen auch Pfeifenblume oder Osterluzei genannt.

    Diese Pflanzen sind Kesselfallenblumen. Das bedeutet, dass Insekten "gefangen" werden und dann erst freigelassen werden, wenn sie mit Pollen bedeckt sind um andere Blüten zu bestäuben.


    Ansonsten wieder tolle Bilder.:thumbup:

    Fahrt nach Nidzica (Neidenburg)


    In Neidenburg besuchten wir die Burg und warfen einen kleinen Blick in die Altstadt.


     


     


    Ein paar Eindrücke vom Markt


    katholische Kirche St. Wojciech - bis 1945 evangelisch, so ist der Wandel der Dinge


     

    Stadtansicht von der Burg aus


    Und was ist das denn??? Da muss man einfach mal rein. ;)


    Ja, das ist die komplette Fischabteilung. Fazit: Ich hab sowohl mehr Becken als auch Fische zu Hause.

    Ein weiterer touristischer Anziehungspunkt liegt in der Nähe von Ketrzyn. Bekannt ist der Ort auch heute noch unter seinem deutschen Namen Rastenburg.

    Dort liegt ein Ort aus der jüngeren Geschichte.


    Ich wollte diesen Ort einmal aus geschichtlichem Interesse sehen.

    Vielleicht weiß der Eine oder Andere jetzt schon um welchen Ort es sich handelt.


    Die Wolfsschanze.


    Wolfsschanze war der Tarnname für ein militärisches Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht und eines der Führerhauptquartiere während des Zweiten Weltkrieges.

    Die Wolfsschanze wurde ab 1940 oberirdisch errichtet. Zum Schutz gegen Luftaufklärung lag sie in einem dichten Wald unter nichtbrennbaren Tarnnetzen und war mit einem tarnenden Mörtel versehen. Zahlreiche Flakstellungen sicherten gegen Luftangriffe. Insgesamt wurden auf dem Gebiet zwischen 1940 und 1944 ca. 100 verschiedene Objekte und Gebäude errichtet. Seit 1941, mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, war die Wolfsschanze der Hauptaufenthaltsort von Hitler.

    Soviel zum geschichtlichen Teil.

    Zum Rundgang. Ich dachte mir, dass wir in einer halben Stunde durch das Gelände durch sind. Tatsächlich benötigten wir etwa 3,5 Stunden.

    Sehr gut war, dass direkt am Eingang des "Freilichtmuseums" ein kleiner Souvenierstand war. In diesem gibt es unter anderem auch einen Lageplan mit deutscher Beschriftung. Da die Objekte alle nachträglich mit gelben Nummerierungen versehen wurden, ist die Zuordnung recht einfach.


     
    Grundmauern der Baracke, in welcher am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler stattfand.


     
    Inschrift der Gedenktafel: Hier stand die Baracke in der am 20. Juli 1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Adolf Hitler unternahm. Er und viele andere die sich gegen die nationalsozialistische Diktatur erhoben hatten - bezahlten mit ihrem Leben.



    Nr. 13 - der Führerbunker

    Das beliebteste Fotoobjekt im ganzen Gelände. Es gibt auch heutzutage noch deutsche Mitbürger, welche sich selbst vor diesem Bauwerk mit erhobenen rechten Arm fotografieren (lassen). Ein Vorgang welchen man wohl nicht weiter kommentieren muss.


    Der Gästebunker. Hier wohnte zum Beispiel Moussolini während seiner Besuche.


     


    Bunker, bzw. deren Reste im Wald.

    Als am 24. Januar 1945 die Rote Armee anrückte, wurden alle Objekte von der zurückweichenden Wehrmacht gesprengt. Für die Sprengung einzelner Bunker sollen bis zu 8 Tonnen Sprengstoff verwendet worden sein.


    Stöcke unter Beton... Dies ist eine Wand des Bunkers von Matin Bormann.

    Die Bedeutung der Stöcke ist nicht ganz sicher. So sollen sie wohl symbolisch die Bauwerke als Mahnmal halten bzw. erhalten. Eine andere Deutung ist die symbolische Ablehnung des Faschismus.


    Fazit: Ein sehr interessanter Ort, welcher auch zum Nachdenken anregt, bzw. anregen sollte. Leider funktioniert das bei schlichten Gemütern wohl nicht ganz so gut.

    Ok... mal kurz noch ein paar Bilder eines eher atypischen Urlaubsziels.


    Am 28. Juli 1914 begann offiziell der erste Weltkrieg. Der heute eher unbekannte Teil fand dabei im Osten statt.

    Zwei russische Armeen drangen entgegen den Annahmen des Schlieffen-Plans zwei Wochen nach Kriegsbeginn und damit unerwartet früh in Ostpreußen ein. Die Deutschen waren aufgrund des Schlieffen-Plans an ihrer Ostfront eher defensiv eingestellt und die Lage an der Ostfront war für das Deutsche Reich zunächst äußerst gespannt. Nach der Schlacht bei Gumbinnen (19./20. August) war die Ostpreußen verteidigende 8. Armee zur Preisgabe weiter Teile des Landes gezwungen. Als Folge dessen wurden die Truppen verstärkt und die bisherigen Befehlshaber durch Generalmajor Erich Ludendorff und Generaloberst Paul von Hindenburg ersetzt, die mit dem Sieg in der Schlacht bei Tannenberg vom 26. bis 31. August die Sicherung von Ostpreußen einleiteten. Dabei gelang deutschen Truppen die Einschließung und weitgehende Vernichtung der russischen 2. Armee (Narew-Armee) unter General Alexander Samsonow.

    Bei der Tannenbergschlacht (1914) verlief die Frontlinie in der Nähe von Gilgenburg (Dabrowno), zwischen den Orten Groß Gardienen und Ganshorn. Das bringt mich zum nächsten Fotoort.

    Nördlich von Groß Gardienen (Gardyny) liegt der Ort Oschekau (Osiekowo). Am Ortseingang gibt es immernoch einen Ehrenfriedhof anlässlich der Schlacht. Dabei tragen sämtliche Steine das gleiche Datum, den 26.08.1914.


     


     


     


    Es ist zwar nicht unbedingt der Tourismusmagnet schlechthin, jedoch für einen Geschichtsbegeisterten wie mich ein interessantes Ziel.