Artentafel "Falscher" Spitzschnauzen-Liniendornwels (Orinocodoras eigenmanni)

  • Hier die Artbeschreibung eines Verwandten des Liniendornwelses (Platydoras costatus), diese beiden Vertreter der Dornwelse sehen sich auch noch recht ähnlich, allerdings wird dieser Wels viel seltener nach Deutschland eingeführt, wie der Liniendornwels. Man könnte Ihn auch als eine echte "Rarität" bezeichnen.


    Die Gattung "Orinocodoras" besteht zudem nur aus dieser einen Art "eigenmanni".



    Stamm: Chordata (Chordatiere)


    Unterstamm: Vertebrata (Wirbeltiere)


    Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)


    Teilklasse: Teleostei (Echte Knochenfische)


    Überordnung: Ostariophysi


    Ordnung: Siluriformes (Welsartige)


    Familie: Doradidae (Dornwelse)


    Gattung: Orinocodoras


    Art: eigenmanni

    Name: "falscher" Spitzschnauzen-Liniendornwels


    Wissenschaftlicher Name: Orinocodoras eigenmanni (Myers, 1927)


    Etymologie: Orinocodoras : Aus dem Orinoco stammend; doras = Brustpanzer (behelmt); eigenmanni: Zu Ehren von Dr. Carl H. Eigenmann, Professor für Ichthyologie in Indien (1863-1927).


    Herkunft: Südamerika: Orinoco-Becken; Venezuela: Caño de Quiribana nahe Caicara.


    Grösse: In der Natur über 20cm, im Aquarium kaum über 15-18cm


    Erkennungsmerkmale: Der Orinocodoras eigenmanni sieht dem Platydoras costatus recht ähnlich. Auch hat er die gleiche Fähigkeit, mittels seiner Schwanzknochen ein lautes Knurren zu erzeugen, welches dann über die Schwimmblase noch verstärkt wird. Wie schon sein Name vermuten lässt ist deren Schnauze länger und spitzer, der Körper ist von der Farbe her noch dunkeler wie beim P. costatus, ein sehr dunkles Braun, ja fast schon Schwarz, seine 29 Dornen auf jeder Seite gehen genau durch den Seitenstreifen. Entlang des Körpers besitzt das Tier einen cremeweissen bis gelblichen Streifen, der von den Augen bis zur Schwanzflosse reicht, nach Hinten aber immer weiter verblasst. Die Unterseite des Kopfes ist weiss bis cremefarben, der Bauch zeigt dunkele Punkte. Am Körper hat das Tier mehrere kleine Knochenplatten, der Bauch hingegen ist weich und ungeschützt.


    Geschlechtsunterschied: Keine genauen Geschlechtsunterschiede bekannt, aber die erwachsene Männchen sind wohl etwas kleiner und schlanker von der Form her, wenn man von Oben auf die Tiere blickt. Reife Weibchen sollen bis zu 25% höher sein wie die reifen Männchen. Unterschiede am Bauch und der Färbung haben wohl Nichts mit dem Geschlechtern zu tun.


    Vermehrung: Die Zucht ist noch nicht gelungen.


    Ernährung: Auf Grund seiner eher nachtaktiven Lebensweise sollte man die Tiere evtl. seperat nach Einbruch der Dämmerung / Sonnenuntergang im Aquarium (oder auch Licht aus) nochmals füttern, damit die Tiere auch genug zu fressen bekommen. Nach Gewöhnung an die "täglichen" Fütterungszeiten lassen sich diese Welse aber auch sehr oft am Tage sehen. O. eigenmanni ist ein Allesfresser (Omnivore) und auch kein Kostverächter, er frisst praktisch Alles was Ihm vor sein Maul kommt und dort hineinpasst. Er kann mit jeglicher Art von Trockenfutter, Frostfutter oder auch Lebendfutter gefüttert werden. Er frisst auch Unmengen, nach seinen "Fressorgien" hat der Bauch praktisch die Form einer Kugel, da bekommt der Begriff "kugelrund gefressen" eine völlig neue Bedeutung.


    Beckenlänge: ab 120cm, mindestens 240l


    Beckenbereich: Hauptsächlich unten


    Haltung: Im Aquarium ist eine Haltung auf feinem Kies (1-2mm), besser noch Sand ratsam, da die Tiere dort stark herumwühlen, viele Verstecke bestehend aus Wurzelholz und Steinen anbieten. Von Vorteil sind auch grössere Röhren aus Ton, oder auch andere grosse Welshöhlen. Wenn die angebotenen Verstecke gross genug sind verbringt die Gruppe dort meistens gemeinsam den Tag. Eine Bepflanzung ist sehr zu empfehlen, sowie eine nicht allzu helle Beleuchtung, oder auch ein Schwimmpflanzenteppich.


    Sozialverhalten: Dieser Wels lässt sich sehr gut mit anderen Arten vergesellschaften, da er ein sehr friedlicher Zeitgenosse ist. Er sollte aber trotzdem nicht mit zu kleinen Fischen, wie z.B.: Neons oder Guppies, zusammen gehalten werden, da diese O. eigenmanni nachts auf seinen Fresstouren zum Opfer fallen könnten. Alles was ins Maul passt wird auch gefressen. Die Tiere sind stark nachtaktiv. Die Tiere könnten alleine, oder auch paarweise gehalten werden, eine Gruppenhaltung von wenigstens 5 Tieren wäre aber empfehlenswert.


    Alter: 8-12 Jahre


    Schwierigkeit: Nur für erfahrenere Aquarianer geeignet.


    Wasserwerte:


    PH-Wert: 6.0 - 7.5
    Karbonathärte: 2-10 ° dKH
    Gesammthärte: 5-15 ° dGH
    Temperatur: 23-28 ºC



    Infos zum Bildern.


    Bild 1: Deutlich sieht man den "dicken" Kugelbauch nach einer seiner Fressorgien. Die je 29 "Dornen" laufen bei den Tieren genau durch den cremeweissen Längsstreifen bis zur Schwanzflosse.


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