Apistogramma alacrina / sp. Rotpunkt "der Rotpunkt-Zwergbuntbarsch"


  • Männchen



    Weibchen

    Gattungsnamen artennamen ERSTBESCHREIBER, Jahr
     
    Apistogramma alacrina (Sven O. Kullander) *

    Apistogramma sp. "Rotpunkt" (Werner Schmettkamp, 1978 )


    * Wurde ursprünglich so bezeichnet. Aufgrund von uneindeutigen Informationen seitens Sven O. Kullander und Ähnlichkeiten zwischen Tieren aus anderen Fanggebieten prägte Werner Schmettkamp den o.g Namen, da eine eindeutige Bestimmung in diesem Fall nicht möglich ist.


    Populärbezeichnung(en):
    Rotpunkt-Apistogramma
    Scharzsaum-Apistogramma


    Familie:
    Cichlidae (Buntbarsche)


    Unter-Familie:
    Geophaginae


    Ordnung:
    Perciformes (Barschartige)


    Herkunft/Verbreitung:
    - Kolumbien, Einzugsgebiete des Orinoko (Rio Guaviare, Rio Ariari)
    - westliche Einzugsgebiete des oberen Amazonas (Rio Orteguaza, Rio Caquetá, Quebrada Montania in der Umgebung der Stadt Florencia)


    Größe:
    M bis 8cm
    W bis 6cm


    Arttypische Merkmale, Geschlechtsunterschiede:


    Der Name "alacrina" bedeutet "Achselhaar" welcher sich auf die typischen schwarzen Achselflecken am Ansatz der Pectorale der Weibchen bezieht. Sie ähneln laut Kullander einer Achselbehaarung.


    adultes Männchen:


    - mit zunehmendem Alter sehr hoher Rücken
    - größtenteils hellblau bis blaugrün mit rotbraunen Punkten auf den Kiemendeckeln und der unteren Körperhälfte
    - dicke Lippen
    - zickzack-Förmiges Längsband
    - Rückenflecken
    - abgerundete, ungemusterte Schwanzflosse





    Männchen


    brutpflegende Weibchen:


    - schwarze Rückenflecken und einen großen Brustflossenfleck
    - Unterbauchstreifen und in mehrere Flecken aufgelöstes Längsband
    - Die Zeichnungsmuster unterscheiden sich je nach dem Fundort erheblich voneinander




    Brutpflegendes Weibchen

    Alter:
    1-2 Jahre, in seltenen Fällen auch 3-4 Jahre


    Aquarium/Einrichtung:
    Ein Pärchen kann man bereits ab einer Beckenlänge von 60cm (54l) halten. Ich empfehle jedoch ein 80cm (112l) Becken für das Wohlbefinden der Zwergcichliden.
    Bei der Einrichtung sollte man auf geeignete Versteckmöglichkeiten achten. Man kann dieses sehr naturnah mit Holz, Wurzeln und Laub realisieren. Eine verkrautete Pflanzenzone wird auch gern angenommen. Diverse Tonhöhlen, Kokosnusshöhlen o.ä. sind ebenfalls wichtig um den Tieren eine Möglichkeit zum Verstecken und Ablaichen zu geben.
    Sandboden ist ebenfalls wichtig, da die Tiere eine Art Erdfresser-Verhalten zeigen, welches bei dieser Art besonders ausgeprägt zu sein scheint. Der Höhleneingang sollte möglichst eng sein, sodass das Männchen gerade so hindurchpasst.

    Wasserwerte:
    Über die natürlichen Bedingungen ist leider sehr wenig bekannt. Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Tiere recht robust sind.


    PH: 5,5-7,5
    GH: <1-12°
    KH: <1-10°
    Wassertemperatur: 24-26°C

    Ernährung:
    Apistogramma ernähren sich zum größten Teil fleischlich, wobei kaum ein Futter verschmäht wird. Man sollte jedoch regelmäßig pflanzliche Kost anbieten um das Nahrungsangebot zu ergänzen.


    ACHTUNG!
    Da in den Biotopen nur wenig Nahrung vorhanden ist sollte man die Tiere nie überfüttern. Ein dauerhaftes Überfressen führt zur Verfettung und nicht selten zum Tod. Des Weiteren gibt es Berichte, dass rote Mückenlarven Probleme verursachen und zum Tod führen können, deswegen sollte darauf verzichtet werden.


    Beckenbereich:
    Sie sind vermehrt in der mittleren und unteren Wasserregion, anzufinden.


    Sozialverhalten:
    Apistogramma alacrina zeigte sich nach meiner Erfahrung sehr wechselhaft. Die Männchen zeigen im Vergleich zu Gattungsgenossen wenig Aggressionen untereinander. In der Tat scheint diese Art sehr gut als große Gruppe zu harmonisieren. Man sollte jedoch beachten, dass diese Art recht groß wird und ein Aquarium von mindestens 150cm Kantenlänge nötig ist.
    Meine Beobachtungen haben gezeigt, dass die ebenfalls großen Weibchen besonders in der Brutphase sehr Aggressiv sind. Ich musste die Männchen stehts aus dem Zuchtbecken entfernen, da diese sonst Schaden genommen hätten, wobei das Aquarium für den Zuchtansatz nur ein Volumen von 70l beinhaltete. In Aquarien der o.g Größe sollte genug Ausweichmöglichkeit vorhanden sein.




    Die Zucht gelingt laut Literatur und auch nach meiner Erfahrung selbst in mittelhartem und leicht alkalischem Wasser ohne Probleme. Oftmals laicht ein Pärchen nach guter Fütterung und einem reichlichen Wasserwechsel. Es gehen heftige Balzaktivitäten zuvor und das Weibchen beginnt etwa 24-48h vorher Sand aus der Höhle zu Schaufeln.
    Das Weibchen klebt die Eier an die möglichst Enge Höhlendecke und das Männchen befruchtet das Gelege.
    Die Gelege können bei ausgewachsenen Tieren durchaus 200 Tiere beinhalten und sind bei guter Fütterung mit Artemia-Nauplien und entsprechendem Aufzuchtfutter innerhalb von 12 Monaten mit 4-5cm bereits Geschlechtsreif. Das Foto zeigt ein Gelege mit etwa 130 Eiern von einem 4cm großem Jungtier. Es ist beachtlich das ein Jungtier ein derart großes Gelege produzieren kann.




    --> zum ausführlichen Zuchtbericht 

     
    Sonstiges: 
    Im Handel sind die A. sp. Rotpunkt nur selten zu finden. Wenn man sicher sein will sollte man sich an Experten wenden. Ich empfehle den  Areitskreis-Zwergcichliden.


    zum Diskussionsthema 


    Quelle: "Amerikanische Cichliden I - "Kleine Buntbarsche" (Dr. Wolfgang Staeck, Horst Linke)"
    Vielen Dank an Burkhard Schmidt für die Bilder