Aquarium Glaser Newsletter 16.Juli 2010

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    Geophagus megasema


     


    Gewerbliche Importe in Form von Wildfängen kann man bei Geophagus megasema wohl eher ausschließen. Daher ist es umso schöner, dass reisende Aquarianer immer wieder in abgelegene Regionen reisen, die von professionellen Fischfängern hartnäckig ignoriert werden und dann auch ausgefallene Fischarten mitbringen, die sich dann in unseren Aquarien fortpflanzen und somit als Nachzuchten angeboten werden können. Geophagus megasema wurde bereits 1840 von Heckel beschrieben, doch seitdem wurde diese Art nur sehr selten in wenigen Exemplaren aus Bolivien eingeführt. Oftmals wurden sie sogar nicht als G. megasema erkannt und anderen Erdfresserarten zugerechnet. Erst 2006 gelang es reisenden Aquarianern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz G. megasema in ausreichender Stückzahl aus Bolivien aus dem Rio San Martin zu importieren. Bald darauf gelang ihnen auch die Nachzucht, so dass die Art weiter verbreitet werden konnte. Aquarium Glaser kann nun Nachzuchten dieses wunderschönen Erdfressers in guter Qualität anbieten.


     
    Geophagus megasema ist in seinen Ansprüchen recht genügsam und kann langfristig auch in etwas härterem Wasser bis 20 °dGH gepflegt werden, doch muss man in diesem Fall Abstriche in der Färbung machen. Wirklich schön präsentiert er sich jedoch in weichem und leicht saurem Wasser. Die Nachzucht gelingt dann auch leichter als im harten Wasser, doch ist sie auch prinzipiell in hartem Wasser möglich. Für diesen Erdfresser sollte die gereichte Nahrung nicht zu grob sein und so reichen Flockenfutter und diverse gefrostete Mückenlarven oder Artemien als Futter aus.


     
    Bei diesem Erdfresser aus Bolivien reichen im Grunde Temperaturen zwischen 25 und 28°C aus, um sie dauerhaft pflegen zu können und selbst die Nachzucht ist bei diesen verhältnismäßig niedrigen Temperaturen durchaus möglich. Geophagus megasema ist ein larvophiler Maulbrüter, bei dem beide Eltern die Larven nach dem Schlupf aus den Eihüllen ins Maul aufnehmen und gleichberechtigt die weitere Brutpflege durchführen.


    Für unsere Kunden: Die Tiere haben Code 678614 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.


    Lexikon: Geophagus: altgriechisch, bedeutet "Erdfresser". megasema: altgriechisch, bedeutet "mit großem Zeichen", was sich auf den großen Seitenfleck bezieht.


    Text & Photos: Thomas Weidner


    Corydoras sp. “New Panda” CW51


     


    Die wohl spektakulärste Neueinführung der letzten Wochen ist Corydoras sp. CW51, der “New Panda” aus Kolumbien. Panzerwels-Experte Hans-Georg Evers vermutet, die Art könnte aus dem Rio Vaupes-Einzug stammen, noch ist allerdings nichts Gesichertes bekannt. Auffallend ist, dass die Größe und Form des unter der Rückenflosse befindlichen Sattelflecks individuell sehr stark variiert. Auf jeden Fall handelt es sich um eine wunderschöne Art und in der Panzerwelsszene werden auch schon erste Zuchterfolge vermeldet. Wenn die Nachzucht regelmäßig gelingt, wird sich dieser schöne Corydoras sicher einen Stammplatz in den Aquarien erobern.


    Text & Photo: Frank Schäfer



    Aphyolebias peruensis


     


    Einen der schönsten Killifische stellt diese herrliche Art dar. A. peruensis war im Hobby lange unter der Bezeichnung Pterolebias peruensis bekannt. Die typischen Saisonfische - im Aquarium können sie etwa 1,5 Jahre alt werden, in der Natur erreichen sie ein derart hohes Alter wohl niemals - leben in Primärurwald-Gebieten im Norden Perus. Die innerartliche Variation ist groß und man kann jedes Männchen eines Importes an seinem spezifischen Muster und der Färbung erkennen.


    Diese Fische sind Bodentaucher, die ihre Eier in den Bodengrund ablegen, wo sie etwa 10 Monate zur Entwicklung brauchen. Obwohl die Pflege und Zucht an sich nicht schwierig sind, erfordern sie doch Ausdauer und Geduld.


     


    Killifische eignen sich generell nicht für Gesellschaftsaquarien, dort kommen sie nicht zur Geltung. Trockenfutter mögen A. peruensis nicht. Man reicht ihnen darum Frost- und Lebendfutter.


    Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 342803 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.


    Lexikon: Aphyolebias: zusammengesetzt aus dem vorderen Wortstamm von Aphyosemion und Lebias. Aphyosemion ist eine afrikanische Killigattung, an die die Angehörigen von Aphyolebias erinnern, Lebias ist ein antiker Fischname, der früher für Aphanius-Arten benutzt wurde und in zusammengesetzter Form für zahlreiche südamerikanischen Killifischgattungsnamen verwendet wird. Pterolebias: zusammengesetzt aus dem altgriechischen Wort für "Flügel" und Lebias, also "geflügelter Lebias". Lebias ist ein antiker Fischname, der früher für Aphanius-Arten benutzt wurde und in zusammengesetzter Form für zahlreiche südamerikanischen Killifischgattungsnamen verwendet wird. peruensis: bedeutet "aus Peru stammend".


    Text & Photos: Frank Schäfer



    Panaqulos sp. Pucallpa


     


    Aus Peru, genauer gesagt aus der Umgebung von Pucallpa, haben wir einen weiteren sehr niedlichen Harnischwels einführen können. Auch diese Art gehört - wie der letzte Woche vorgestellte "Zebra New Jutai" - in die engere Verwandtschaft von P. changae (LDA 26, L206, L226), s. http://www.aquariumglaser.de/de/news.php?news_id=288. Besonders Jungtiere sind sehr attraktiv gefärbt, später dunkeln die Tiere etwas nach. Typisch für P. sp. Pucallpa ist die getupfte Schwanzflosse, was in allen Altersstadien gut zu erkennen ist. Die größten Tiere, die wir bislang zu Gesicht bekamen, maßen etwa 7 cm.


    Für unsere Kunden: die Fische haben Code 275342 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.


    Lexikon: Panaqolus: Verkleinerungsform von Panaque. Panaque ist eine andere Saugwelsgattung. changae: in Erinnerung an Fonchii Chang, die an der Erforschung der Art beteiligt war und bei einem Unfall auf dem Amazonas ums Leben kam.


    Text & Photos: Frank Schäfer



    Tatia dunni


     


    Mit diesem hübschen Trugdornwels aus Peru ist uns wieder einmal ein Erstimport gelungen. Die Identifizierung von Tatia-Arten ist nicht ganz einfach, da nach dem in der letzten Revision der Gattung angewendeten Artkonzept wenig Wert auf die Färbung der Tiere gelegt wurde. So werden zur Zeit Fische ganz unterschiedlicher Färbung unter einer Art zusammengefasst. Wir haben unsere Fische in den ersten Tagen darum zunächst als Tatia cf. gyrina bezeichnet, was sich jedoch als Irrtum herausstellte.


     


    Tatio dunni wurde 1945 aus Kolumbien beschrieben, und 1973 bis 2008 als Synonym zu T. intermedia gesehen. T. dunni kommt recht weit verbreitet vor und ist derzeit aus Brasilien, Ekuador, Kolumbien und Peru gemeldet, wobei unterschiedliche Populationen allerdings sehr verschieden aussehen können. Unsere Peruaner, die aus der Umgebung von Pucallpa stammen und vom Exporteur als "Padre Abad" bezeichnet wurden, unterscheiden sich zwar individuell voneinander, allen gemeinsam ist aber der goldene Rückenstreifen und das ebenfalls leuchtend goldene Querband vor der Rückenflosse.


     


    T. dunni gehört zu den größeren Arten der Gattung und kann über 12 cm lang werden. Die Geschlechtsreife setzt aber früher ein, bei Museumsexemplaren wurde bei Männchen ab etwa 7 cm Standardlänge (also ohne Schwanzflosse) die Umbildung der Afterflosse zu dem Begattungsorgan, das für alle Trugdornwelse typisch ist, festgestellt.


    Für unsere Kunden: die Fische haben Code 295693 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.


    Lexikon: Tatia: zu Ehren von Charles Tate Regan, der Ichthyologe am Britischen Museum war. dunni: Widmungsname. gyrina: nach dem altgriechischen Wort für "Kaulquappe". intermedia: latein, bedeutet "dazwischen". Damit ist gemeint, dass die Art in ihren Merkmalen zwischen zwei anderen Arten steht.


    Text & Photos: Frank Schäfer



    Literature: Sarmento-Soares, L. M. & R. F. Martins-Pinheiro (2008): A systematic revision of Tatia (Siluriformes: Auchenipteridae: Centromochlinae). Neotropical Ichthyology 6 (3): 495-542


     

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