• Hallo,

    ich stelle euch heute einen wirklichen Exoten vor. Exotisch nicht im Sinne von Farbenprächtig oder schön, sondern vielmehr wegen seiner Seltenheit.

    Wenn er nicht so wäre wie er ist, wäre er bestimmt ein Bestandteil im Hobby. aber auf Grund seiner (End)Größe und seinem Verhalten wird er nicht wirklich bei uns Fuß fassen.

    Die Rede ist von Kronoheros spec. Chocó.

    Bereits 1992 ist dieser Fisch mal kurz bei uns aufgetaucht. Uwe Werner und Mitreisende haben diesen Fisch im Rio Atrato-System, im Chocó von Kolumbien aufgestöbert und mit nach Deutschland bringen können. Er ist aber wieder verschwunden. und das hat gar nicht all zu lange gedauert. Grund dafür sicherlich sein Verhalten.

    2019, also gut 25 Jahre nach seinem Verschwinden habe ich das Gebiet im Chocó aufgesucht. Nicht zuletzt wegen dieser Fische. Wir haben sie tatsächlich wieder gefunden.

    In der Natur zeigen sie sich sehr scheu. Man bekommt sie fast nie zu sehen. Zu hoch ist die Fluchtdistanz. Von einem Fang ganz abgesehen. Nach größtmöglicher Anstrengung und fachlicher Hilfe ortsansäßiger Bewohner gelingt es uns dennoch. Da die Tiere zu groß für eine Reise im Koffer sind, müssen wir sie uns recht kostspielig nach Deutschland schicken lassen. Nun schwimmt ein Pärchen Kronoheros sp. Chocó bei mir im Wohnzimmer.

    Anfänglich noch ganz harmlos. Von den vier gefangenen Tiere entpuppt sich ein Männchen und vier Weibchen. So hat sich natürlich schnell ein Paar gebildet. Das über 1000 Liter fassende Aquarium ist zu dieser Zeit natürlich mit noch weiteren Buntbarschen besetzt. Alles samt gleich groß oder gar größer als die Kronoheros. Aber nun beginnt das Drama. Die Kronoheros sind auch im Aquarium sehr scheu. Sobald man sich der Scheibe nähert tauchen sie ab. Aber andere Mitbewohner werden überhaupt nicht geduldet. Zuerst muss ich die beiden übrigen Weibchen aus den Aquarium holen. Nach der ersten Eiablage des Paares und den darauf folgenden Freischwimmen der Nachzuchten auch die übrigen Bewohner. darunter große Tiere von C. bocourtí oder Parachromis. Selbst Welse werden angegriffen.

    Dies ist wohl der Grund, der eine Verbreitung verhindert. Aber das ist durchaus verständlich. Nun schwimmt das Paar alleine im Aquarium. Und so richtig als Paar stehen sie auch nicht zusammen. Jeder macht sein Ding. Das Weibchen bewacht die Nachzucht und mittlerweile das zweite Gelege und das Männchen ist für die Absicherung des Reviers verantwortlich. In diesem Fall das gesamte Becken.

    Dieser Zustand ist natürlich in Hinsicht auf den Platzanspruch unerträglich. Nur wirkliche Chaoten oder Liebhaber können sich damit arrangieren. So fällt es mir natürlich nicht leicht. Aber es sind für mich wirklich wunderschön und imposante Tiere. Es ist mir irgendwie auch ein Vergnügen ihnen diesen Platz zu geben.

    Mir ist klar, dass wir diese Art auf Dauer nicht in Deutschland finden werden. Aus diesem Grund möchte ich euch hier mal die Gelegenheit geben sie zu sehen bevor sie wieder weg sind. 8o


    das erste Weibchen nach der Eingewöhnung


    und dann ist es auch schon passiert


    hier mal mit Männchen


    das Männchen, so hell zeigt er sich selten


    Weibchen färben sich bei der Brutpflege um und werden richtig Gelb


    heute ist er 25 cm und somit erst halbwüchsig


    die Kleinen können also auch ganz groß werden


    Gruß Michael