Projekt Aquarienregal

  • Hallo zusammen,


    nach einer Weile fast völliger (zeit- und frustbedingter) aquaristischer Abstinenz will ich jetzt
    doch wieder einsteigen. So ist das mit der Sucht eben. Um Fehler zu vermeiden und ewig haltende Provisorien
    zu umgehen, bitte ich euch um Tipps und Hinweise!


    Gegeben sind: Ein gefliester Kellerraum
    von rund 16 qm, mit Fenster. Das Fenster teilt die Wand fast mittig, links
    davon misst die Wand ca. 130 cm, rechts 120 cm.
    Ich hatte dort früher ein Regal mit 2 Becken a 100x40x40 – gut, aber nicht optimal.


    Wie früher würde ich alle Becken mit HMF filtern, da wäre eine Druckdose bzw. –rohr zur Luftversorgung quer
    die Wand entlang sinnvoll. Soweit alles klar, oder?


    Ich würde gerne (links) ein Holzregal aufstellen für ein Aquarium von 120x60x60. Und weil man nie weiß (oder
    insgeheim doch) dass man es später braucht, soll unten im Regal Platz sein für 2-3 kleinere Becken, sinnvoller Weise 60x30x30, Stirnseite vor.


    Frage 1:


    Die Grundfläche 120x60 zielt auf meinen favorisierten Besatz ab: Zwergbuntbarsche, Südamis oder Afrika.
    100x60 würde allerdings weniger klobig wirken – lohnen sich die zusätzlichen 20x60 cm? Vielleicht doofe Frage, aber es müsste ja auch entsprechend mehr Wasservolumen gewechselt werden bzw. bereit stehen, 600 Liter Regenwassertanks stehen im Keller.


    Frage 2:


    Ich werde auf jeden Fall ein Holzregal bauen, da der Boden nicht ganz gerade ist. So kann ich ausgleichen.
    Das große Becken wird zwar ziemlich sicher nicht ganz gefüllt (emerse Pflanzen im abgedeckten Becken),
    aber wiegt so oder so um die 500 Kilo. Plus später evtl. Aufzuchtbecken unten im Regal… Da kommt was zusammen.


    Mein altes Regal für zwei 160 Liter Aquarien war mit Ständern von 70x70 mm völlig überdimensioniert,
    Querbalken waren 70x44. Das geht auch leichter.
    Hat jemand Holzregale für ähnlich große Becken? Insbesondere das Maß der Querträger interessiert mich.


    Frage 3:


    Ich möchte mit LED beleuchten, vorzugsweise mit 3-4 LED Spots, damit Licht und Schatten und die
    berühmten Kringel entstehen. Wie viele Watt nimmt man da? Bisher hatte ich immer T5.


    Es sollen Cryptos, Javafarn und –moos usw. wachsen, also keine hohen Ansprüche. Allerdings im mehr oder weniger teefarbenen Wasser.



    Danke dass ihr bis hierhin gelesen habt…


    Grüße chris

  • Hallo Chris !


    Nicht schlecht :);) 
    Das an Platz hätte ich auch mal gerne.
    Zur Beckenlänge - also wenns passt, würde ich irgendwie immer eine 120er Länge einer 100er
    vorziehen. Weis auch nicht, aber da kannst Du irgendwie besser besetzen und gestalten ....
    Zum Punkt Holzregal kann ich nichts sagen. Ich verwende nur entsprechende (Aquarien)schränke.
    LED Beleuchtung ist eine gute Frage. Normal hat man mal gesagt, Halbe Wattzahl von T5 grob ?
    Bei einer Spottbeleuchtung kannst Du sicher auch nur einiges darunter gehen ...


    Gruß


    Thomas

  • warum ziehst Du nicht gleich Träger von einer Wand zur Anderen? Materialsparend und der unebene Fußboden interessiert auch nicht.


    zu Frage 1: Aquarieninhalt ist wie Hubraum, man kann nicht genug davon haben! Im Nachhinein ärgert man sich immer, Platz verschenkt zu haben. Mit 600 l Regenwasser kommt man auch schon ein Stück weiter. Die Kosten für den Wasserwechsel habe ich enorm verringern können, da ich sogenanntes Gartenwasser bei meinem Abwasserzweckverband angemeldet habe. Mittels Pumpen wird das Wasser in den Garten bzw. in die Regentonnen befördert. D.h. ich habe an den Entnahmestellen für die Aquarien separate Wasserzähler und bekomme diese m³ von der Abwasser-Rechnung abgezogen. Hilft bei den Preisen ungemein und ich kann beruhigt meinen wöchentlichen 50% WW machen. Außerdem bezahlt die Wasserrechnung meine Frau und die hat sich bisher noch nie beschwert.


    zu Frage 2: Persönlich würde ich Stahlprofil nehmen. Bei Holz habe ich immer das Bauchgefühl der Verformung im Unterbewußtsein. Aber hatte es auch schon eingesetzt und lieber eine Dimension höher gewählt.


    zu Frage 3: Habe verschiedene LED-Leisten und -strahler im Einsatz. Vom Baustrahler bis zum ziemlich preisintensive Aquarienstrahler. Mit Letzteren kann man die von Dir gewünschten Effekte erzielen, die anderen dienen wirklich nur zum "Licht machen" und bringen auch die Farben der Fische nicht wirklich zur Geltung. Meine Meinung, Andere schwören drauf!


    Beste Grüße von Mathias

  • Danke euch schon mal für die Anregungen!


    Was den Platz angeht...im Raum steht schon ein Regal mit zwei Regenwaldterrarien, die Wassertonnen und ausrangierte Wohnzimmermöbel. Ein Zoo passt also nicht mehr rein, das ist aber auch gut so:-) aus viel wird schnell zu viel...


    Aber ich denke ich stelle 120 cm auf, das kommt zwar dicht ans Fenster, aber ich habe den Regalbau geändert: Das "Regal" bleibt eher ein Unterschrank, also kene Ständer seitlich neben dem Becken. Das mach alles weniger drückend und spart Platz.
    Ich werde die Ständer des alten Reagls wieder verwenden, 7x6 cm. Über Kreuz eungeschraubt und geklebt werden die Längs- und Querträger, 7,4x4,4 cm. Laut Statiktools reicht das dicke aus.
    Na ja, wenns soweit ist, mache ich Fotos...


    Stahlträger quer durch den Keller sind zwar verlockend, aber wie gesagt etwas zu viel für meine Vorstellungen.


    Zur Beleuchtung werde ich wohl eine gebrauchte Deckenleuchte reaktivieren und LED-Spots einsetzen, die Wattzahl muss ich wohl ausprobieren.



    Grüße Christian

  • ...noch steht zwar nichts, aber eine Frage zum Innenausbau:


    Ich möchte künstliche Felsen einbringen, keine durchgehende Rückwand, aber Elemente. Die sollen die Mattenfilter halten und außerdem auf dem Boden aufgeklebt Terrassen mit höherem Bodengrund bilden (zum Bepflanzen und als Struktur: Blick auf ein felsiges Ufer)


    Korpus aus Styropor und Styrodur wie üblich, beschichtet mit Zement bzw. Fliesenkleber. Da Weichwasserarten gepflegt werden sollen, komme ich um eine Beschichtung nicht herum.
    In der Aquaristik ist da Kunstharz gebräuchlich, habe ich früher auch schon mal benutzt. Ich fand die Optik damals nicht ganz optimal, kann aber auch an fehlender Erfahrung gelegen haben. Insbesondere das Abstreuen mit Quarzsand funktionierte nicht wie gewünscht, außerdem verfälschte das Harz die mühevoll erstllte Einfärbung, es sah alles nass aus. Nun gut, wenn mans vorher weiß, macht man alles heller.


    Alternativ gäbe es aus dem Terrarienbau die Beschichtung mit 2-Komponenten-Polyurethankleber ("2KPU"). Bei den Dendrobatenfans seit Jahren bewährt, ohne erkennbare Auswirkungen auf die Tiere. Manch einer hat auch schon Paludarien gestaltet, also das ganze unter Wasser mit Fischen. Mir sind keine Negativerfahrungen bekannt. 2KPU lässt sich gut beschichten mit Sand, Torf u.ä.


    Raspelnde Saugwelse sollen keine gehalten werden.



    Wie siehts bei euch aus? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?


    Grüße Chris

  • Hi,
    Ich bau schon viele Jahre das ein oder andere selbst für meine Aquarien.
    Ich kann dir den Tip geben es ohne Styropor zu bauen. Einmal hat es ein derben Auftrieb und zweitens kann es in den zwischenräumen gammeln.
    Nim nur Putzgitter ,bring es in Form und streich es mit Zement (aber nur cem 1) ein. Trocknen lassen und wieder einstreichen.
    Das ganze mehrfach . Beim letzten mal bringst du Strucktur ein.
    Dann einfach bemalen und mit Epoxydharz versiegeln.
    Auf dem Foto die Steine im Becken sind auch so gemacht.
    Die Wand dahinter mit Styropor ,weil sie ja nicht unter Wasser ist.

  • Hallo zusammen,




    mittlerweile gibt es Fortschritte: Das Regal ist fertig, geschraubt
    (6x100 mm Edelstahl rostfrei) und geleimt (Holzleim D2) aus 70x70
    Ständern und 74x44 Trägern. Das sollte halten.


    Jetzt wird es noch schwarz lackiert und seitlich und hinten mit Styrodur
    verkleidet. An die Vorderseite kommen schmale Holzleisten, die
    Doppel-U-Schienen tragen, dort werden dann Schiebetüren eingesetzt. In
    die untere Etage kommen zwar auch 1-2 Aquarien, aber eher Aufzucht- als
    Schaubecken. Außerdem die Futterzuchten. Die muss ich nicht ständig
    sehen.




    Wenn ich in dem Tempo weiter komme, gibt´s nächstes Jahr zu Weihnachten Fische;-)






    Grüße christian

  • Es geht voran:


    Schwarz lackiert und einen Rahmen aus 17x36mm Latten davor gesetzt. Die tragen später die Doppel-U-Schienen für die Schiebetüren. (Die lasse ich erst zusägen, wenn die Schienen sitzen und ich genau messen kann, wie groß sie sein müssen. Ich traue meinen Planungskünsten zwar, aber nicht auf den Millimeter...)


    Als Boden und Isolierung nach unten wurde eine Styrodur-Platte eingesetzt, ebenso (doppelt) an den Seiten. An der Außenseite aus ästhetischen Gründen schwarz lackiert, schwarz passt immer. Innen auch schwarz, um später den Fischen in den Aquarien im Regal mehr Sicherheit zu geben. Außerdem sieht es besser aus.
    Rückseitig wird auch eine Styrodurplatte aufgeklebt, damit ist das Regal ziemlich geschlossen und wärmeisoliert. Vielleicht lässt sich so ein wenig Energie sparen.


    Ich sollte vielleicht auch bald mal das große Becken für obendrauf bestellen...


    grüße Chris

  • Weiter geht´s:


    Die Schiebetüren sind eingesetzt, schwarze MDF-Platte in Doppel-U-Führungsschienen.
    Außerdem habe ich mit den künstlichen Felsen angefangen, die neben der Optik auch ein oder zwei HMF halten sollen.
    Der Korpus wurde aus Styrodur geschnitzt, das ist stabiler als Styropor.
    Die erste Schicht Fliesenkleber ließ sich wie immer etwas schwierig aufbringen, die zweite geht dann aber super. Im Bild ist die zweite Schicht gerade fertig, ich denke ich ziehe noch eine dritte auf. Wäre blöd, wenn später mal was auf den Kunstfelsen fällt und es gleich Risse oder Dellen gibt.


    Grüße chris

  • So, das Aquarium ist da und wurde schon mal zur Probe gefüllt...kein Knacken und Knarren im Unterbau, sehr beruhigend.
    Die künstlichen Felsen sind auch fertig, etwas dunkler geworden als beabsichtigt. Das Harz wurde mit Pigmenten eingefärbt und die dritte, letzte Schicht mit Sand (aus der hiesigen Buntsandstein-Verwitterung) bestreut. Ich werde den roten Sand wenn möglich auch als Bodengrund nehmen, wenn er sich einigermaßen auswaschen lässt. Es gibt hier ein paar Stellen, wo er als Schwemmsand in Bachbetten zu finden ist.


    Im Foto habe ich mal alle Felsen eingestellt. Vielleicht klebe ich auch nur die rechten beiden Teile ein, die später die Filtermatte halten sollen. Scheint mir sonst etwas zu felsig zu werden, außerdem soll noch reichlich Holz dazu - ohne dann aber vollgerammelt auszusehen.
    Die Bodenteile klebe ich auf lose Glasscheiben, dann kann ich sie später platzieren wie ich will oder ganz weglassen. Sie sollen als Terrassen dienen, hinter denen der Bodengrund etwas höher wird zwecks Bepflanzung.


    A propos Bepflanzung: Ich hatte immer mit Cryptocoryne wendtii und auch C. balansae crispatula gute Erfahrungen, auch in weichem Wasser. C. pontederiifolia war auch gut, usteriana hatte ich noch nicht.
    Vielleicht auch mal wieder eine Echinodorus, Platz genug ist ja.
    Wie sind eure Erfahrungen mit Vallisneria, in meinem Fall als Alternative für C. balansae? In weichem Wasser scheint die ja zweifelhaft zu sein. Oder klappts nach dem Eingewöhnen besser? Ich hatte nämlich noch nie Glück damit.
    Bepflanzt und beleuchtet wird jedenfalls in Spots, ich will keine großflächige grüne Hölle.


    Grüße chris

  • Hallo zusammen,


    es gibt Gutes und Schlechtes:
    Die mühselig angefertigten Rückwandelemente haben sich irgendwie so verzogen, dass ich sie nicht plan anbringen konnte. Jähzornig, wie ich nun mal bin....weg damit. Na ja.
    Eingeklebt habe ich jetzt ein schmales Seitenteil, das wie geplant die Filtermatte hält.
    Ebenfalls verwendet habe ich die künstlichen Felsen, die ich auf Glasplatten geklebt und so auf dem Boden als Terrassen bzw. Stützen für den Bodengrund eingesetzt habe. Dadurch habe ich im bepflanzten Hintergrund einige cm Bodengrund, während er vorne sehr flach bleiben kann.


    Nach einer kurzen Einlaufzeit (möglich durch eingebrachten Filterschlamm und reichliche Bepflanzung) sind die Fische eingezogen: Ich konnte zu Schokoguramis nicht nein sagen, Boraras maculata hatte ich noch. Dmenächst kommen noch Corydoras napoensis dazu, aber erst wenn die Pflanzen so richtig gut eingewurzelt sind.


    Die LED-Spots haben 6,5 Watt, den Pflanzen scheint´s zu gefallen und den Algen auch: Das Moorkienholz überzieht sich mit grüner Watte. Na ja, ich behalte es im Auge.


    Grüße Chris